"Polizeiruf 110", "CSI", "Täter-Profiling" – der Begriff Forensik ist bei den meisten Menschen durch das tägliche Fernsehprogramm geprägt. Doch entgegen der gängigen Vorstellung ist ein Forensiker weniger oft bei der Spurensicherung am Tatort anzutreffen als an seinen (vielfältigen) Arbeitsplätzen. Mehr >
Ökotropholog*innen: Expertise für Ernährung
Die Ökotrophologie ist die wissenschaftliche Annäherung an den Bereich Nahrung, ein Thema mit hohem Alltagsbezug. Beruflich sind Ökotrophologen nach einem vielseitigen Studium auch vielseitig einsetzbar.
Bei Ökotropholog*innen dreht sich alles ums Essen. Wer ein Interesse für Nahrung hat, ist in diesem Fachbereich richtig. Im Studiengang Ökotrophologie werden zwei Bereiche kombiniert, die für die ganzheitliche Erfassung von Ernährung wichtig sind: Die Ernährungswissenschaft und die Haushaltswissenschaft:
- Ernährungswissenschaftler*innen sind die Fachleute in allen naturwissenschaftlichen Fragen über die Vorgänge bei der Ernährung, der Verdauung und beim Stoffwechsel, beim Menschen und auch bei Pflanzen und Tieren.
- Haushaltswissenschaftler*innen wissen, worauf es bei der Führung von Haushalten ankommt. Sie kennen die technischen, betriebswirtschaftlichen und sozialen Probleme. Ob der Haushalt klein oder groß ist, ist in diesem Zusammenhang egal. Natürlich hält aber der Betrieb von Kantinen und Mensen andere Herausforderungen bereit als ein Privathaushalt.
Im Studium beschäftigt er sich mit naturwissenschaftlich-medizinischen aber auch mit ökonomischen und soziologischen Fächern. Auf dem Programm stehen Anatomie, Chemie, Biochemie, Lebensmitteltechnologie, Mikrobiologie, Physik und Mathe, aber auch Volkswirtschaftlehre und Statistik bis hin zu sozialwissenschaftlichen Fächern und Lehrveranstaltungen in Didaktik und Methodik der Beratung.
Ernährung geht jeden etwas an
Durch den Schwerpunkt Ernährung trifft man im Studium nicht selten Menschen, die einst Diätassistent, Konditor, Fleischer, Koch oder Hauswirtschafterin gelernt haben. Eine naturwissenschaftliche Begabung und ein Interesse für naturwissenschaftliche Fächer sind allerdings wichtig. Ein Leistungskurs in den Fächern Biologie, Physik oder Chemie ist auf jeden Fall eine Erleichterung in diesem naturwissenschaftlichen Studiengang.
Das Vorurteil der "studierten Hausfrau" wird dem spannenden Thema auf keinen Fall gerecht. Der Alltagsbezug ist mit diesem Studium jeden Tag gegeben, denn Ernährung betrifft uns alle. Dennoch ist Ökotrophologie ist nach wie vor ein "Frauen-Studienfach". Der Frauenanteil liegt sogar bei rund 90 Prozent.
Breites Einsatzspektrum
Qualifiziert sind Ökotropholog*innen nach ihrem Studienabschluss für eine Tätigkeit in der Lebensmittel- oder Haushaltsgeräteindustrie, in gastronomischen Betrieben, in Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens oder in chemischen Laboratorien oder Forschungseinrichtungen.
In diesen Bereichen gibt es eine Vielzahl an potenziellen Arbeitgebern:
Gastronomische Betriebe
- Mensen
- Kantinen
- Großküchen
- Cateringbetriebe
- Gastronomieketten
Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens
- Krankenhäuser
- Altenheime
- Sanatorien
Ernährungs- und Lebensmittelindustrie
- Produktentwicklung in der Lebensmittelindustrie
- Qualitätskontrolle in der Lebensmittelindustrie
- Marktforschung in der Lebensmittelindustrie
- Chemische Laboratorien
- Forschungseinrichtungen
Behörden und Verbraucherzentralen
- Behörden im Bereich Lebensmittelhygiene und -kontrolle
- Verbraucherberatung und Verbraucherzentralen
Beratungsunternehmen
- Ernährungsberatung
- Gesundheitsförderung
Wenn Ökotropholog*innen selbständig sind, sind sie in der Regel in der Ernährungsberatung und Ernährungstherapie tätig. Dabei wird es in erster Linie um die Gesundheitsprävention bei gesunden Menschen durch eine Ernährungsumstellung gehen. In enger Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärzten*innen und Psycholog*innen kann ein/-e Ökotropholog*in aber auch bei der Behandlung von krankhaften Essstörungen wie Fettleibigkeit oder Magersucht seinen Beitrag leisten.
Je nach persönlichem Interessensschwerpunkt sollten frühzeitig, das heißt schon während des Studiums, die entsprechenden Praxiskontakte geknüpft werden.
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