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Psychologie: Von niedergelassenen Therapeuten und Businesscoachs

Die Zahl der psychischen Erkrankungen in der Gesellschaft steigt, das bedeutet, dass psychologische Expertise immer häufiger gefragt ist. Und auch Studieninteressierte finden das Fach spannend, denn es warten vielfältige Arbeitsfelder: Der niedergelassene Therapeut ist bei weitem nicht die einzige Möglichkeit mit der Psycholog*innen in den Beruf starten können.

Psychologie ist auf der Liste der begehrten Studiengänge sehr weit oben. Das Studienfach erlebt derzeit einen regelrechten Boom. Jedes Jahr bewerben sich Tausende Abiturientinnen und Abiturienten auf das Fach. Auch in unserer Suche ist Psychologie die Nummer eins unter den Suchbegriffen. Einen Studienplatz zu bekommen, ist allerdings nicht so einfach, an den staatlichen Hochschulen kommen nur die mit dem besten Notendurchschnitt unter.

Man sollte sich noch vor der Bewerbung über Alternativen Gedanken machen. Artverwandte Studiengänge, die sich mit dem Verhalten von Menschen beschäftigen, sind zum Beispiel die Soziologie und die Sozialpädagogik. Auch BWL mit einem psychologischen Schwerpunktfach kann eine weitere Option sein.

Die Vorstellungen, was Studierende im Studium erwartet, gehen bei den Interessierten ebenfalls weit auseinander. In den ersten Semestern steht viel Methodenlehre und Statistik dem Lehrplan. Wer in Mathematik in der Schule Probleme hatte, muss sich ordentlich anstrengen, um mitzukommen.

Das Wissen über menschliches Verhalten ist vielerorts gefragt

Neben den Methoden geht es im Bachelor um die psychologischen Grundlagen: Allgemeine Psychologie, Entwicklungspsychologie, Persönlichkeitspsychologie sowie Psychologische Technologien. Im Hauptstudium beziehungsweise im Masterstudium differenzieren sich die Arbeitsfelder aus, auf die sich die Studierenden spezialisieren können:

Hier werden die Weichen für die unterschiedlichen und vielfältigen Arbeitsfelder von Psycholog*innen gelegt.
Die klassischen Tätigkeiten sind:

Klinische Psycholog*innen: Dies ist sicherlich der Bereich, den die meisten Interessenten vor Augen haben, wenn sie sich mit dem Psychologie Studium beschäftigen. Mit "Klinischer Psychologie" ist ein Studienabsolvent gemeint, der über das Know-how verfügt, um psychische Störungen zu diagnostizieren, allerdings darf und kann er sie dann noch nicht therapieren. Das ist ein wichtiger Unterschied!

Psychologische Psychotherapeut*innen: Mit dem Jahr 2020 hat sich die Ausbildung für Therapeut*innen geändert. Bisland lief es so: Ein Psychologische Psychotherapeut*innen wurden Absolvent*innen eines Psychologiestudiums erst durch Zusatzausbildung. Gefordert ist eine mindestens dreijährige psychotherapeutische Vollzeit-Ausbildung – bzw. fünf Jahre in Teilzeit - an staatlich anerkannten Ausbildungsstätten. Wenn Du bereits einen Master in Psychologie (inklusive Klinische Psychologie)  hast, kommt für dich die Ausbildung im bisherigen Modell in Frage. Diese muss aber bis zum Jahr 2032 abgeschlossen sein. Das neue Studium der Psychotherapie seit Wintersemester 2020 ist als vollakademisches, konsekutives Studium angelegt, in Bachelor-Master-Struktur und mit einer Dauer von 5 Jahren (3 Jahre Bachelor, 2 Jahre Master). In diesen Studiengängen werden alle wissenschaftlich anerkannten Psychotherapieverfahren und -methoden vermittelt. An staatlichen Hochschulen wurden die Studiengänge angepasst und heißen immer noch Psychologie.

Neuropsycholog*innen: Die Neuropsychologie ist eine Arbeitsrichtung der Psychologie und beschäftigt sich mit den Folgen von Gehirnerkrankungen auf die geistige Leistungsfähigkeit, auf das Sozialverhalten und auf das psychische Erleben. In den Aufgabenbereich des Neuropsychologen in der Geriatrie (=Altersheilkunde) fällt daher insbesondere die neuropsychologische Untersuchung des geistigen Leistungsvermögens zum Beispiel nach Schlaganfällen oder bei Demenz.

Pädagogische Psycholog*innen: Der pädagogische Psychologe kümmert sich um den erziehungswissenschaftlichen Aspekt der Psychologie. Eine häufig anzutreffende Tätigkeit in diesem Bereich ist der Schulpsychologe.

Psycholog*innen in der Wirtschaft: Arbeitsfelder in der Wirtschaft sind für Psychologen die Marktforschung, der Bereich Human Resources oder eine Tätigkeit als Coach. Hohe Sozialkompetenz wird bei Mitarbeitern mit psychologischer Vorbildung natürlich immer voraus gesetzt, das versteht sich von selbst.

Rechtspsycholog*innen: Die Rechtspsychologie unterteilt sich in die Forensische Psychologie und die Kriminalpsychologie. Die beschäftigten Psychologen befassen sich zum Beispiel mit den geistigen, psychischen bzw. sozialen Ursachen von Verbrechen, erstellen Täter- bzw. Tatortprofile, beurteilen die Schuldfähigkeit von Angeklagten, erstellen Zukunftsprognosen für Straftäter oder geben als Sachverständige Entscheidungshilfen vor Gericht, zum Beispiel in Fragen des Sorgerechts.

Psychologie und Technik: UX steht für User Experience (= Nutzererlebnis) und entsteht immer, wenn User mit digitalen Produkten interagieren. UX Designer sind nicht direkt für die Oberfläche verantwortlich, sondern sie beschäftigen sich mit der Zielgruppe der Anwendung und deren Nutzerverhalten . Um das Nutzerverhalten zu analysieren und zu verstehen, sind neben technischen auch sozialwissenschaftliche Kenntnisse, beispielsweise in Psychologie und kognitiver Wahrnehmung, notwendig. Auch Mensch-Maschine-Interaktion ist hier ein guter Suchbegriff.

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