Studium Beruf und Karriere Kind und Studium. So geht's!

Kind und Studium. So geht`s!

Ob ungeplant oder geplant, ob in einer funktionierenden Beziehung oder alleinstehend, ob Mutter oder Vater: In jeder Kombination ist das Kinderkriegen in der Studienzeit eine Herausforderung. Die Doppelbelastung ist vorprogrammiert. Auch wenn erst einmal die Freude über den Nachwuchs im Vordergrund steht, sind Zweifel und Ängste selbstverständlich. Da wird oft vergessen, dass ein Studium natürlich ein Vollzeitjob ist - der aber dennoch mehr Spielraum lässt als eine berufliche Tätigkeit.

Die Deutschen sollten mehr Kinder bekommen, darüber herrscht in der Politik und bei Gesellschaftswissenschaftlern Einigkeit. Wann der richtige Zeitpunkt dafür wäre, ist weniger klar definiert. Jeder Lebensabschnitt hat seine eigenen Hürden und Besonderheiten: Im Studium besteht die Gefahr, dem Lernpensum nicht gerecht werden, nach dem Studium steht erst einmal der Berufseinstieg im Vordergrund und mitten im Berufsleben droht vielen Frauen das Karriere aus, wenn sie ein Kind bekommen. Der beste Zeitpunkt ist also relativ. Eine unklare Betreuungssituation macht die Entscheidung nicht leichter. Wenn Verwandte in einer anderen Stadt wohnen, dann kann eine junge Familie kaum mit spontaner und regelmäßiger Hilfe rechnen.

Darüber wird schnell vergessen, dass es in Deutschland viele gute Anlaufstellen gibt, die in der ersten schwierigen Zeit der Familiengründung weiterhelfen und informieren. So hat zum Beispiel jede Universität und Fachhochschule Referate und Ansprechpartner, die sich auf das Thema spezialisiert haben.

Hoher organisatorischer Aufwand – aber nicht unmöglich

Dass sich nur wenig junge Menschen für ein Kind im Studium entscheiden, liegt auch daran, dass Anfang der Zwanziger die Familienplanung bei dem meisten in weiter Ferne liegt. Wer es dennoch wagt das „Projekt Studium und Kind“ in Angriff zu nehmen, macht dies in einer Zeit, die grundsätzlich gar nicht schlecht dafür ist. Denn selbst wenn es Prüfungsphasen zeitlich oft eng wird, besteht die Möglichkeit die Semesterferien intensiv für die Kinder zu nutzen.

Wichtig ist der transparente Umgang mit der eigenen Situation. Im offenen Dialog mit dem Professor kann fast immer ein Aufschub für die Hausarbeit herausgehandelt werden. In den Prüfungsämtern sollte man frühzeitig Ausnahmeregelungen und Nachteilausgleiche erfragen und wenn alles zu viel wird, besteht an allen Unis und Hochschulen die Möglichkeit, ein Urlaubssemester einzureichen, um kritische Phasen zu überbrücken.

Wer gut mit anderen studentischen Eltern vernetzt ist, hat eine soziale Rückendeckung, die vieles leichter macht. Die Abwechslung bei der Kinderbetreuung schafft Freiräume, die den straffen Zeitplan etwas entzerren und wieder Zeit für einen Plausch mit anderen Kommilitonen zulassen.

Es ist mehr möglich, als man denkt

Mit der richtigen Organisation müssen Studierende mit Kind ihren kinderlosen Mitstudenten in nichts nachstehen.  Sogar ein duales Studium oder Auslandsemester ist realisierbar; das ist alles schon vorgekommen. Neben den eigenen Bedürfnissen - wo ist die Bibliothek und die Mensa ? - geht es dann zusätzlich um eine Wohnung für zwei oder drei, eine Betreuungsperson oder einen Kindergartenplatz.

Links zum Thema "Studieren mit Kind im Ausland"

auslandstudium-mit-kind.de >

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