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Erdoberfläche: Boden, Wasser, Luft

Geographie: Was mit Erkunde machen

Wenn es um Erdkunde nahe Studienfächer geht, dann ist die erste Idee schnell da: Geographie. Die Vorstellung von späteren Berufen sprudelt dagegen weniger schnell. Erdkunde auf Lehramt hat ein klar umrissenes Berufsbild, wenn Absolventen allerdings den freien Arbeitsmarkt ansteuern, werden sie mit der "Brückenkopffunktion" des Fachs konfrontiert.

Früher waren die Geographen die Weltentdecker. Sie erkundeten, vermaßen und kartographierten die Erdoberfläche, sie dokumentierten Naturphänomene und beschrieben Küsten und Landstriche. Heutzutage ist die "Wissenschaft von der Erdoberfläche" durch den technischen Fortschritt und die akademische Weiterentwicklung des Fachs sehr viel komplexer aufgestellt.

Die zwei großen Teilbereiche der modernen Geographie sind:

  • Physische Geographie (naturwissenschaftlich ausgerichtet)
    In diesem Bereich geht es um ein interdisziplinäres Verständnis für das System Erde. Wie sieht die Landschaft an der Erdoberfläche aus und welche Dynamik hat der Naturraum? Was ist über die Struktur und Funktion der natürlichen Umwelt und dessen Nutzung durch den Menschen zu beobachten. Im Idealfall wird die Fähigkeit zum Management einer nachhaltigen Nutzung des Lebensraumes Erde ausgebildet.
    Wichtige Fächer in der Physischen Geograophie sind: Geomorphologie (Oberflächenformen), Bodenkunde, Hydrologie, Klimatologie, Biogeographie (Tier- und Pflanzenwelt) Fernerkundung (Beobachtung durch Satelliten)
  • Humangeographie (sozial- und geisteswissenschaftlich ausgerichtet)
    Die Humangeographie legt ihren Fokus auf den Menschen – das lässt sich schon aus dem Namen schließen. Die zentrale Frage ist, wie ist das Verhältnis von Raum und Mensch? Und wie genau sieht die räumliche Organisation menschlichen Handelns aus? Oder anders ausgedrückt: Die Humangeographie erfasst die raumbezogenen Aspekte von Kulturen, Wirtschaft und Gesellschaft. Außerdem untersucht sie den Wandel und die Beziehungen und Unterschiede zwischen einzelnen Regionen und Orten.
    Wichtige Begriffe sind in diesem Zusammenhang auch Anthropogeographie, Bevölkerungs- und Sozialgeographie sowie Wirtschaftsgeographie

Und natürlich ist Erdkunde ein Schulfach, weshalb ein großer Teil der Geographie-Studierenden seine berufliche Zukunft im Lehramt sieht.

Was angehende Geographen mitbringen müssen, um im Beruf und im Studium Erfolg zu haben, ist eine Frage, die nicht leicht zu beantworten ist. Das Studium ist vielfältig und der Arbeitsmarkt ist es auch. Eine gewisse naturwissenschaftliche und mathematische Begabung, was die Raumvorstellung angeht, ist wohl der kleinste gemeinsame Nenner. Darüber hinaus ist es wichtig, was jeder Einzelne aus seinem Studium macht.

Arbeitsmarkt: Von Homogenität keine Spur

Auch jenseits von Schule und Universität bietet sich für Geographen ein breites Spektrum an Arbeitsmöglichkeiten. Aber: Eine Garantie für den erfolgreichen Berufseinstieg ist ein Hochschulabschluss allein nicht. Bereits während des Studiums ist es eine gute Idee, sich über mögliche berufliche Perspektiven zu informieren und das eigene Profil zu schärfen. Geographie hat als Fach oft eine Art "Brückenkopffunktion", das heißt, der Studiengang hat keine starr abgesteckten Grenzen, sondern überschneidet sich inhaltlich immer wieder auch mit anderen Fächern. Sei es die Architektur, das Bauingenieurwesen, das Vermessungswesen, die Stadtplanung, die Biologie oder die Betriebswirtschaft-Tourismus.

Bei der Bewerbung um einen Job müssen die Absolventen deshalb auch immer mit Bewerbern aus anderen Disziplinen konkurrieren. Geforderte Zusatzqualifikationen können zum Beispiel durch Praktika oder sogar außeruniversitäre Weiterbildung erworben werben. Da geht es den Geographen fast wie den Geisteswissenschaftlern.

Wichtige Tätigkeitsfelder für Geographen sind:

  • Stadt- und Regionalplanung, Verkehrsplanung (Flächennutzungsplanung, Grünflächenplanung und Städtebauförderung)
  • Umweltschutz/Naturschutz (Landschaftspflege, Verwaltung von Schutzgebieten und außerschulische Umweltbildung, Umweltberatung, Abfallmanagement)
  • Wirtschaftsförderung (Wirtschaftsgeographie: Neue Unternehmen ansiedeln, bestehende Strukturen zu stärken, Gewerbeflächen vermarkten oder wirtschaftliche Cluster bilden)
  • Fremdenverkehr/Tourismus (Verkehrsämter, Fremdenverkehrsverbände, große Reiseveranstalter)
  • Unternehmensberatung/Politikberatung (Entwicklung von neuen Nutzungskonzepten)
  • Immobilienwirtschaft (zum Beispiel: Wertsteigerung von Geländen durch Umgestaltung, Reinigung der Boden von Altlasten)
  • Geo-Informationen (Beispiele sind Grünflächeninformationssysteme, Baumkataster, Spielplatzkataster, Umweltdatenbanken)
  • Entwicklungszusammenarbeit (Projekte der Wirtschaftsentwicklung in Kombination mit Umweltschutzfragen, Trinkwasseraufbereitung, Landschaftsschutz)
  • Verlagswesen (Kartographie/Geographie)

Fachbereich Geographie auf studieren.de

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Kommentare
Alle Bewertungen
Wentoki, 17.07.2017
Also erstmal ist Geographie ein super Studium :)
Und der Arbeitsmarkt sieht gar nicht so schlecht aus. Entweder man findet seine spezifische Nische oder genau das Gegenteil ist der Fall. Viele Unternehmen brauchen nicht für jeden Bereich einen Spezialisten, meistens reicht ihnen ein "Geograph" der verschiedene Fachbereiche im Auge behält und notfalls eingreift. Das ist für Unternehmen viel billiger als jeweils einen Spezialisten einzustellen und reicht ja meistens auch. Aber ansonsten würde ich eine fachliche und vor allem räumliche Spezialisierung bei Geographen empfehlen, dann ist man eigentlich auf der sicheren Seite.
Martin, 13.06.2016
Der Arbeitsmarkt für Geographen ist nicht einfach. Man sollte unbedingt für das Fach brennen und sich genau informieren, was sind die Inhalte und womit kann ich damit eine passende Stelle finden. Empfehlenswert ist es auch einmal sich aktuelle Stellenangebote anzuschauen um ein Gefühl dafür zu bekommen, was und auch wie viele Stellen angeboten werden. Schließlich will man ja auch damit später seinen Lebensunterhalt bestreiten können.
Geograph, 02.06.2016
Der Arbeitsmarkt sieht äußerst mager aus. Das entscheidende Problem ist die oben genannte Konkurrenz zu anderen Disziplinen, die i.d.R. viel spezifischer ausgebildet sind z.B. Architekten im Bereich Stadtplanung, Betriebswirte im Bereich Tourismus/Wirtschaftsförderung oder Geodäten/Vermesser im Bereich der Geoinformation. Weiterhin kommt hinzu, dass viele Arbeitgeber nichts mit dem Studiengang anfangen können, da es kein spezifisches Berufsbild gibt.
Für jemanden, der auf eine Karriere und akzeptable Chancen auf dem Arbeitsmarkt hofft, ist dieser Studiengang nicht zu empfehlen!
Kiwi, 04.05.2016
Danke, gut beschrieben. Dachte nämlich zunächst das der Arbeitsmarkt recht mager aussieht!
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