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Berufsschullehramt: Azubis und Lehrlinge unterrichten

Nachwuchs gerne gesehen! Das Lehramt für berufsbildende Schulen hat nicht nur die unterschiedlichste Zusammensetzung an Schülern, sondern auch das bunteste Spektrum an Lehrern - zumindest wenn man die Ausbildung betrachtet. Der Zugang zum Beruf ist auf vielen Wegen möglich.

Immer wieder wird gemeldet, dass es den beruflichen Schulen in Deutschland an ausgebildeten Lehrkräften fehlt. Die Studiengänge an den Hochschulen decken den Lehrerbedarf nicht vollständig ab - das gilt für die meisten Schularten des beruflichen Schulwesens wie Berufskollegs, Berufsfachschulen, Berufsschulen und Berufs- und Fachakademien.

Berufsschullehrer unterrichten oft an verschiedenen Schularten und müssen sich jederzeit auf unterschiedliche Leistungs- und Bildungsgrade einstellen können. Je nachdem, ob sie gerade vor einer Klasse mit Bankkaufleuten oder einer mit Fachinformatikern stehen. Flexibilität ist folglich eine der großen Stärken, die ein Pädagoge an einer berufsbildenden Schule haben muss.

Wie werde ich Berufsschullehrer?

Die meisten Berufsschullehrer starten mit einem Studium zum Lehramt an beruflichen Schulen oder entsprechenden Studiengängen zum Handelslehrer oder Berufspädagogen. Oftmals haben aber auch Personen mit einem Fachstudium, etwa Ingenieurwissenschaften, gute Chancen in Berufsschulen unterzukommen. Auch können Hochschulabsolventen, die bereits mehrere Jahre in der Wirtschaft gearbeitet haben, auf Einstellung in den Schuldienst hoffen, wenn sie sich an einer Berufsschule bewerben. Quereinstieg ins Lehramt - so funktioniert es!

Der Vorbereitungsdienst, der sich an das Studium anschließt, dauert in der Regel 24 Monate, in einigen Bundesländern auch nur 18 Monate. Quereinsteiger verpflichten sich vor der Übernahme in den Schuldienst zu einer pädagogischen Weiterbildung, in der Inhalte der Didaktik, der Methodik, des Schulrechts und der Schulorganisation erlernt werden. Je nach Bundesland gestaltet sich diese Verfahren ein bisschen anders. Genau Infos hierzu halten die Kultusministerien der Länder bereit.

Es tut sich was

Momentan bestehen noch viele Lücken im Bildungssystem. Das heißt nicht für alle 345 Ausbildungsgänge gibt es auch den entsprechenden Studiengang. Für einzelne Berufsbilder fehlen Studienmöglichkeiten für Lehrkräfte gänzlich, beziehungsweise werden erst nach und nach eingerichtet. So hat die Technische Universität Hamburg-Harburg den Studiengang "Medientechnik für Berufsschullehrer" in Kooperation mit der Universität Hamburg etabliert. Die Berufsschullehrer für Medientechnik unterrichten beispielsweise angehende Mediengestalter für Bild und Ton, Mediengestalter für Digital- und Printmedien sowie Veranstaltungstechniker.

Auch kooperieren Fachhochschulen immer öfter mit Pädagogischen Hochschulen und Universitäten, um ein Fachstudium mit der Option einer späteren Lehrtätigkeit auszustatten. So eröffnet der Studiengang "Mechatronik-plus" an der Hochschule Offenburg seinen Absolventen sowohl den Weg in die Industrie als auch in das höhere Lehramt an Gewerblichen Schulen. Die Vermittlung der Berufspädagogik und Fachdidaktik übernimmt die PH Freiburg.

Wer bis jetzt nicht auf Lehramt studiert hat, sollte sich über Q-Masterstudiengänge infomrieren. Q-Masterstudiengänge richten sich an Absolvent_innen von Studiengängen ohne Lehramtsbezug (mit mindestens 180 LP) – auch an Fachhochschulen. Der Master baut auf dem bereits vorhandenen fachwissenschaftlichen Wissen auf und konzentriert sich vorrangig auf den Erwerb der für den Lehrerberuf erforderlichen bildungswissenschaftlichen und fachdidaktischen Kompetenzen. Der Abschluss des Master of Education ermöglicht den regulären und gleichwertigen Zugang zum Lehramt. Derzeit wird an der TU Berlin der Q-Master für die Fächerkombination Elektrotechnik/Informationstechnik an beruflichen Schulen angeboten.

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