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Doch noch Lehrer werden

Quereinstieg ins Lehramt – nur so funktioniert es!

Wir erhalten pro Tag sicherlich eine Anfrage, wie und mit welchen Auflagen ein Lehramt ohne lehramtsbezogenes Studium aufgenommen werden kann. In bestimmten Lebensphasen, wenn der Wunsch nach beruflicher Umorientierung und größerer existenzieller Sicherheit auftaucht, rückt oft ein Lehramt ins Visier. Das Stichwort "Quereinstieg ins Lehramt" weckt viele Hoffnung, die leider nicht alle erfüllt werden können. Anders ausgedrückt: Die Möglichkeit ist gegeben; doch es ist bei weitem nicht alles realisierbar, was vorstellbar ist.

Wann ist ein Quereinstieg in ein Lehramt theoretisch möglich?

Ein Quereinstieg ist möglich, wenn der Bedarf an Lehrern mit regulär ausgebildeten Lehrkräften nicht gedeckt werden kann. Es sind aber nicht alle Schulformen und auch nicht alle Fächer davon betroffen. Die Schulform, um die es geht, ist in erster Linie die Berufsschule. Ein Quereinstieg ist eine Perspektive für Akademiker, die mindestens in einem Mangelfach qualifiziert sind. Zu den Mangelfächern gehören vor allem die sogenannten MINT-Fächer:  Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.  Ein Einsatz in anderen Fächern ist eher selten der Fall. Auch die persönlichen Voraussetzungen sind nicht beliebig. Die Altersgrenze liegt meistens bei 40 bis 45 Jahren.

Vorweg: Es gibt keine Garantien, dass ein Quereinstieg in den Beruf des Lehrers klappt. Interessenten müssen sich immer konkret für ihre Vorgeschichte, ihr Studium und die aktuelle Situation im Bundesland, in dem das Studium aufgenommen werden soll, erkundigen.

Wo kann ich mich informieren?

Erste Anlaufstelle für Informationen ist das Kultusministerium des Bundeslandes, in dem das Studium aufgenommen werden soll. Der Quereinstieg ins Lehramt ist immer ein Thema, dennoch können Regelungen von Jahr zu Jahr unterschiedlich aussehen.

Hier ein paar Beispiele, was von offizieller Seite kommuniziert wird:

Nordrhein-Westfalen >
Hamburg > 
Hessen >   
Rheinland Pfalz > 
Bayern > 

Kann ich verbeamtet werden?

Die Möglichkeiten im Staatsdienst sind für Quereinstiegslehrer sehr beschränkt. Ohne eine pädagogische Ausbildung erhalten sie oft nur Aushilfsverträge und müssen jedes Jahr zittern, ob der Vertrag verlängert wird oder nicht. Wer nicht in den Staatsdienst will, sondern an eine Privatschule, hat als Quereinsteiger bessere Chancen. Dort sind die Einstellungsbedingungen flexibler. So kann es sein, dass ein fehlendes Referendariat durch Unterrichtspraxis ausgeglichen werden kann.

Ich habe ein Studium und will mir Scheine anerkennen lassen, um noch einen Abschluss im Lehramt zu bekommen. Geht das?

Wer ein Fachstudium absolviert hat und noch Zeit an der Hochschule investieren kann, kann in den meisten Fällen innerhalb eines Lehramtsstudiums quereinsteigen. Am besten lässt man sich seine Scheine direkt an der Hochschule der Wahl anerkennen.

Gibt es Fern- oder Abendstudienmöglichkeiten, um Lehrer zu werden?

Eher nein. Es existieren allerdings ein paar ausgewählte Angebote, um sich für den Bereich Medizin und Pflege für unterrichtende Tätigkeiten zu qualifizieren.

Studiengänge im Bereich Gesundheitspädagogik > 
Studiengänge im Bereich Medizinpädagogik >
Studiengänge im Bereich Pflegepädagogik >

Ein besonderes Beispiel aus Bayern: Das Angebot richtet sich an Sozialpädagogen und Erzieher, die Werklehrer werden wollen.
Die Fachschule für WerklehrerInnen >

Ich habe kein Studium, sondern nur eine Ausbildung. Kann ich trotzdem Lehrer werden?

Auch das ist sehr schwierig. Ein Studium ist die Mindestvoraussetzung. Ausnahme ist wiederum der Bereich Medizin/Pflege. An einschlägigen berufsbildenden Schulen, wie z. B. Berufsfachschulen für Kinderpflege, Fachakademien für Sozialpädagogik, Fachschulen für Heilerziehungspflege und Fachschulen für Altenpflege o. ä. könnte ein Studium manchmal auch berufsbegleitend absolviert werden.

, Redaktion
hartmann@no-spamstudieren.de

Kommentare
Alle Bewertungen
Merle D., 30.06.2016
In Berlin läuft gerade ein Modellversuch Quereinstiegs-Master (Qualifizierung von Quereinsteiger_innen im Master of Education) für ausgewählte Mangelfächer:
http://www.fu-berlin.de/sites/k2teach/im-ueberblick/tp4/index.html
Vielleicht bewährt sich das Modell und der Quereinstieg wird leichter.
Alexander Schupp, 17.06.2016
Wer nicht primär wegen des "Wunsches nach Sicherheit" sich für den Lehrberuf interessiert, sondern sich für junge Menschen begeistert und dazu beitragen möchte, dass diese gesund und selbstbewusst aus der Schulzeit entlassen werden, sollte sich überlegen, ob sein Wunschberuf nicht Waldorflehrer ist.

Auch hier ist ein Quereinstieg in zahlreiche Schulfächer (Klassenlehrer, handwerklich- künstlerische Fächer, "klassische" Schulfächer) möglich (http://www.waldorfschule.de/waldorflehrer/berufsbild/wen-wir-als-lehrer-fuer-die-waldorfschulen-suchen/).

Aktuell gibt es in Deutschland 236 Waldorf- und Rudolf-Steiner-Schulen sowie elf Seminare/Hochschulen für Waldorfpädagogik, die zum Waldorflehrer fortbilden.

Jährlich werden ca. 600 neue Lehrer gesucht.

Diese werden zwar nicht verbeamtet, sichere Arbeitsplätze sind es dennoch.

Sprechen Sie mich bei Interesse gerne an unter genehmigung@waldorfschule.de
Thea Tralisch, 07.03.2016
Na prima.
Lehrer werden wollen aufgrund des Wunsches nach Sicherheit.
Wie wäre es mit Begeisterung für die Arbeit mit jungen Menschen? Der Fähigkeit, bewusst mit asymmetrischen Machtverhältnissen umzugehen? Didaktischer Fertigkeiten? Echter pädagogischer Kompetenz, um auch bei "schwierigen" Schulklassen langfristig ohne Burnout zu bestehen? Sozialer Kompetenz? Und so weiter.....
Wenn die "Einstellungstests" für Lehrer und Lehramtstudierende auch nur halb so professionell durchgeführt werden würden, wie in der freien Wirtschaft, hätte Deutschland eine ganze Reihe glücklicherer Kinder und später besser qualifizierterer Arbeitskräfte mehr.
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