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Arbeitslos nach dem Studium – was nun?

Wer studiert, macht eigentlich alles richtig. Ein Studium ist nach wie vor der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit. Das bestätigen auch die Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg. Demnach lag die Arbeitslosenquote von Akademikern im Jahr 2016 bei gerade mal 2,3 Prozent. Bei einer Arbeitslosenquote von weniger als 3 Prozent sprechen Volkswirte sogar von Vollbeschäftigung. Denn sie gehen davon aus, dass sich eine gewisse Anzahl von potenziellen Arbeitnehmern und Arbeitgebern einfach noch nicht gefunden hat und deshalb ein bestimmter Anteil an „Sucharbeitslosigkeit“ herrscht. Was kannst Du machen, wenn Dich das betrifft?

Aktuell bewegt sich die Zahl der arbeitslosen Akademiker in Deutschland auf einem Rekordtief von 2,3 Prozent >

Es läuft nicht für alle Studienfächer gleich

Trotz der guten Zahlen kann es passieren, dass der Übergang in den Beruf nicht reibungslos läuft. Das liegt daran, dass tendenziell auf dem Arbeitsmarkt für Ingenieure, Maschinenbauer und Naturwissenschaftler eine größere Nachfrage besteht, als für andere Fächergruppen. Geistes- und Sozialwissenschaftler müssen sich häufiger auf längere Wartezeiten einstellen als andere Fächer. Die Zeit bis zum ersten Arbeitsplatz kann sich von ein paar Tagen bis hin zu einem Jahr erstrecken. Es kommt auch immer darauf an, wie gut Du während des Studiums den Berufseinstieg vorbereitet hast.

Wenn es doch passiert. Tipps für die arbeitslose Zeit

Die eigene Bewerbungsstrategie überdenken

Du hast schon einige Bewerbungen verschickt und bekommst nur Absagen bzw. gar kein Feedback? Versuche es mit einer neuen Strategie. Wenn Du gerade keinen Job hast, dann solltest Du das Bewerben zu Deinem Fulltime-Job machen. Verschicke keine Massenanschreiben, sondern stecke mehr Zeit in die einzelnen Bewerbungen. Auch Kreativität ist erlaubt, um herauszustechen!

Defizite bei der Ausbildung kann eine besondere Bewerbung nicht wettmachen – sie kann aber dazu beitragen, bei gleicher Qualifikation aufzufallen. Und das ist bei vielen geeigneten Bewerbern ein absoluter Pluspunkt.

Das sollest Du beim Bewerben vermeiden: falscher Aktionismus, traditionelle Herangehensweise und Selbstzweifel.

Praktika absolvieren

Keine leichte Entscheidung, schließlich willst Du nun endlich richtig Geld verdienen. Aber manchmal lohnt sich ein Praktikum auch nach dem Studienabschluss. Die Idee ist dann richtig, wenn Du bis jetzt noch keine Berufserfahrung vorweisen kannst. Hattest Du während Deines Studiums nicht die Zeit, relevante Praxiserfahrung zu sammeln, musst Du das jetzt nach Deinem Abschluss nachholen. Wenn Du im Praktikum überzeugst und das Unternehmen freie Stellen hat, kann sich aus einem Praktikum auch eine Festanstellung ergeben.

Fort- und Weiterbildungen

Die freie Zeit nach dem Abschluss bietet sich auch dafür an, individuelle Fähigkeiten zu erweitern und an Deinem Qualifikationsprofil zu schleifen. Nebenjobs, aber auch Sprach- oder IT-Kurse können lohnende Investitionen in die berufliche Zukunft sein. Nebenher bleibt meist genug Zeit für Bewerbungen und Vorstellungsgespräche.

Muss ich mich nach dem Studium arbeitslos melden?

Nein. Wer nach dem Abschluss nicht sofort ins Berufsleben einsteigen kann, muss sich nicht zwangsweise „arbeitslos“ melden. Arbeitslosengeld I bekommt nur, wer vor dem Antrag mindestens zwölf Monate am Stück sozialversicherungspflichtig beschäftigt war. In der Regel trifft das auf Studenten nicht zu. Dennoch ist eine Beratung sinnvoll – auch im Hinblick auf eine finanzielle Unterstützung. Ob Du eventuell Anspruch auf Unterstützungsleistungen wie Arbeitslosengeld II (Hartz IV) hast, kann im Beratungsgespräch geklärt werden.

Außerdem kann man Dir dort mit Jobvorschlägen, Bewerbungstrainings und einer eventuellen Weiterbildung weiterhelfen. Und zudem besteht die Möglichkeit, sich Bewerbungskosten erstatten zu lassen. Fünf Euro pro Bewerbung können drin sein, im Jahr höchstens 260 Euro. Vorausgesetzt, du hast vorab einen Antrag gestellt.

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