Studium Beruf und Karriere Quereinstieg – Auf Umwegen zum Traumstudium

So klappt es mit dem Quereinstieg

Das Phänomen Quereinstieg ins Studium oder in den Beruf ist allseits bekannt. Allgemein gültige Regeln, wie es funktioniert, lassen sich allerdings schwer festmachen. Die Methode Quereinstieg ist sehr individuell. Es ist nämlich bei weitem nicht alles möglich, was auf der Wunschliste der potenziellen Bewerber steht. Wer seine Möglichkeiten und Grenzen realistisch einschätzen kann, spart sich die Enttäuschung.

Quereinstieg ins Studium

1. Wissen, wie ein Quereinsteiger definiert wird

Als Quereinsteiger wird im Hochschulbereich eine Person bezeichnet, die aus einem Studiengang in ein ähnliches Fach wechseln möchte. Das heißt, sie geht nicht den üblichen Weg als Bewerber für das erste Semester, sondern hat bereits in einem fachverwandten Studiengang Scheine absolviert. Diese sollen nun zum Einsatz kommen. Dadurch eröffnen sich Optionen für Studieninteressierte, die zum Beispiel nicht über die notwendigen Voraussetzungen (z.B. NC, Schulabschluss) verfügen, die von Bewerbern im ersten Fachsemester gefordert werden.

Wer beispielweise in das Fach Psychologie quereinsteigen will, sollte aus einem Studiengang kommen bei dem psychologierelevante Lehrveranstaltungen auf dem Curriculum stehen.

2. Es muss passen: Sich nicht wundern, wenn genau geguckt wird

Prüfungsleistungen sind durch eine Klausur zu erbringen, andere wiederum durch eine mündliche Prüfung, eine schriftliche Hausarbeit oder eine Projektarbeit. Was bedeutet die Prüfung von Prüfungsleistungen? Durch die Anerkennung der Vorleistungen wird sichergestellt, dass alle Studierenden den gleichen Wissensstand haben. Es funktioniert nicht, den Quereinstieg aus einem beliebigen Fach zu vollziehen – auch wenn diese Idee in der Praxis immer wieder anzutreffen ist. Natürlich ist auch die Anerkennung von Scheinen im Rahmen eines ähnlichen Fernstudiengangs denkbar.

3. Auch Glück gehört dazu: Ist ein Studienplatz frei geworden?

Damit ein Quereinstieg funktionieren kann, muss ein eingeschriebener Studierender sein Studium aufgegeben, den Studienort gewechselt oder seinen Prüfungsanspruch verwirkt haben. Freiwerdende Plätze werden zunächst an Hochschulortswechsler vergeben. Bewerbungskriterien sind vor allem die Anzahl und darüber hinaus die Noten der erbrachten Leistungsnachweise – bei Gleichstand die Abiturnote – und schließlich das Los. Erst wenn danach immer noch Plätze frei sind, werden diese an Quereinsteiger vergeben – ein Hochschulortswechsel ist folglich wesentlich aussichtsreicher als ein Quereinstieg.

4. Zu den Erfolgsaussichten: Es kann, muss aber nicht klappen

Wie groß die Chance auf einen Studienplatz ist, kann nicht vorhergesagt werden. Die Chancen sind von Uni zu Uni und von Jahr zu Jahr unterschiedlich, daher gibt es keine verbindlichen Informationen zu den Erfolgen bei Quereinstiegen. Rechtlich besteht kein Anspruch auf einen Quereinstieg im Studium, weswegen die Plätze auch nicht eingeklagt werden können.

5. Wo erhalte ich Informationen zu meinen Aussichten?

Ansprechpartner kann die Fachstudienberatung oder das Prüfungsamt an der jeweiligen Hochschule sein, die Studienberatung kann hinsichtlich der Vorgehensweise beraten. Oft finden sich bereits auf den Webseiten der Hochschulen viele wichtige Informationen.

Zum Beispiel die Hinweise der Uni Göttingen zum Quereinstieg in das Medizinstudium >

Quereinstieg in den Beruf

1. Wo geht die Türe auf? Da, wo das Berufsfeld nicht streng geregelt ist 

Ein Einstieg funktioniert nur in einen Beruf mit einem offenen Zugang. Ein Buchhändler wird also nie ein Chirurg werden, es sei denn er absolviert noch das Medizinstudium. Auch pädagogische Fachkraft darf sich nur nennen, wer eine entsprechende Ausbildung abgeschlossen hat.

Insgesamt existieren allerdings viele Branchen, in denen es an der Tagesordnung ist, dass die Werdegänge der Kollegen bunt sind. Geistes- und Sozialwissenschaftler arbeiten in Unternehmensberatungen, Personalabteilungen und im Marketing. Naturwissenschaftler sind in Unternehmensberatungen ebenfalls gerne gesehen und die IT-Branche nimmt es auch nicht immer so genau, wenn Fachwissen vorhanden ist.

2. Mit Strategie geht alles einfacher

Für Quereinsteiger sind niedrige Geburtenrate und Fachkräftemangel eine gute Grundlage, Je systematischer Du den Quereinstieg vorbereitest, desto besser. Quereinsteiger brauchen einen Plan. Die Hilfsmittel sind: Praktikum, Traineeprogramm, Zeitarbeit, Weiterbildung, Fernstudium, Umschulung oder Probearbeiten. Auf diese Weise kannst Du Deine Fähigkeiten live unter Beweis stellen. Berufserfahrung ist hier das Stichwort. Wie du dir das entsprechende Wissen aneignest, bleibt Dir überlassen. Du musst den Arbeitgeber von Deinen Fähigkeiten überzeugen. 

3. Wo erhalte ich Informationen zu meinen Aussichten?

Bekannte und Freundeskreis, Stellenbörsen, Initiativbewerbungen, Messen, Kultusministerien

Lehrer werden: nur so funktioniert der Quereinstieg >

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