
Karriereziel Promotion. Ein Doktor vor dem Namen macht sich gut. Keine Frage! Eine Promotion will aber auch wohl überlegt sein. Wer den Schritt zu promovieren ernsthaft in Erwägung zieht, auf den wartet eine mehrjährige Herausforderung. Der Weg zum Doktortitel ist nicht immer rosig.
Was bedeutet promovieren?
Eine Promotion bedeutet, dass das Hochschulstudium nach dem Erststudium systematisch in Richtung Forschung weitergeführt wird. Genauer gesagt, geht es darum, einen selbständigen Beitrag zur Forschung - im Rahmen Doktorarbeit/Dissertation - zu liefern. Die Dissertation muss eigenständig angefertigt sein und neue wissenschaftliche Erkenntnisse beinhalten. Der Doktortitel wird nach erfolgreichem Abschluss der Promotion und der Veröffentlichung der Doktorarbeit verliehen. (In Deutschland gilt für Dissertationen die Publikationspflicht)
Wer kann promovieren?
Promovieren kann, wer eine ausreichend gute Durchschnittsnote im Erststudium hat (in der Regel mindestens 2,5 oder besser), einen Doktorvater findet, der ihn betreut oder einen Platz in einem Promotionsprogramm ergattern kann. Eine Dissertation kann als individuell betreutes Projekt angefertigt werden oder durch die Teilhabe an einem strukturierten Promotionsprogramm.
Welche Variante ist besser und was passt zu mir?
Besser oder schlechter gibt es da nicht. Die Promotion in Eigenregie oder ein strukturiertes Programm - beides hat Vor- und Nachteile. Die Entscheidung für ein Modell ist Geschmackssache.
Individuelle Promotion
Die Promotion in Eigenregie oder Individualpromotion ist die "klassische" Variante eine Doktorarbeit durchzuführen. Als Doktorand ist man auf diese Weise relativ unabhängig. Die Betreuung erfolgt über einen selbst gewählten Dozenten, mit dem das Thema im Vorfeld abgestimmt worden ist.
Die Bewerbung läuft folgendermaßen ab:
Für den Doktoranden geht nun eine Zeit los, die er meistens alleine an Schreibtischen verbringt, um sich in ein Thema einzuarbeiten, über das nur er ausführlich Bescheid weiß. Bei der Individuellen Promotion ist deshalb ein hohes Maß an Selbständigkeit und intrinsischer Motivation erforderlich. Die freie Zeiteinteilung ist ein Privileg, das auch seine Tücken hat. Der Anschluss an die Außenwelt ist in einem strukturierten Programm auf jeden Fall eher gewährleistet.
Promotionsstudiengänge und -programme
Graduiertenkollegs
Graduiertenkollegs sind befristete Einrichtungen der Hochschulen, in denen Doktoranden die Möglichkeit haben, ihre Arbeit im Rahmen eines koordinierten Forschungsprogramms durchzuführen. Es sind immer mehrere Hochschullehrer an diesem Programm beteiligt, eine interdisziplinäre Ausrichtung des Forschungs- und Studienprogramms ist erwünscht.
Durch die Eingliederung in eine Struktur entsteht ein Zusammengehörigkeitsgefühl und das Kolleg kann als Diskussionsplattform fungieren, durch die alle Teilnehmer voneinander profitieren. Die Doktoranden werden in die Forschungsarbeit der beteiligten Einrichtungen einbezogen. Finanzielle Mittel sind vorhanden und können für Reisen und Forschungsmittel bewilligt werden. Außerdem gibt es regelmäßige Veranstaltungen, Forschungskolloquien, Workshops und Sommerschulen.
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Graduiertenschulen
Neben den Graduiertenkollegs, die sich durch einen thematischen Fokus und ein gemeinsames Forschungsvorhaben auszeichnen, sind in den letzten Jahren Gradiertenschulen entstanden, die zeitlich unbefristet direkt in die Hochschulen integriert sind.
Durch Graduiertenschulen soll eine neue Generation exzellenter Wissenschaftler gefördert werden. Anspruch ist es, die Forschungs- und Lernbedingungen für Doktoranden zu optimieren und intensive Betreuungs- und Seminarangeboten mit einem eigenständigen Management anzubieten. In dieses neue Konzept wird im Rahmen der Exzellenzinitiative kräftig investiert. Das Projekt Graduiertenschule geht mittlerweile in die zweite Runde, 2010 wurde sie um weitere fünf Jahre verlängert: Etwa 40 Graduiertenschulen erhalten jeweils durchschnittlich eine Million Euro pro Jahr.
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Fragen, die bei der Entscheidung für ein Modell hilfreich sein können:
Wie kann ich meine Promotion finanzieren?
Wenig Geld, wenig Zeit und ein hohe intellektuelle Belastung. Doktoranden gehören bis auf wenige Ausnahmen zu den Einkommensschwachen Bevölkerungsgruppen. Im Vergleich zu ihren Altersgenossen können sie sich Statussymbole wie Auto, Eigentumswohnung und teure Urlaubsreisen nicht leisten.
Möglichkeiten zur Finanzierung sind:
Bei der Individuellen Promotion
Der Vorteil eines strukturierten Programms:
Kann ich mit FH-Abschluss promovieren?
Das Promotionsrecht ist den Universitäten vorbehalten. Promotionsmöglichkeiten für FH-Absolventen gibt es nach wie vor nur eher selten - aber es gibt sie. Die Universitäten können die Auswahl ihrer Studierenden selbst regeln, das heißt sowohl für eine individuelle Promotion im linearen Modell - Doktorand/Doktorvater - als auch für eine Teilhabe an einem Graduiertenprogramm ist eine Bewerbung erforderlich. Ob diese mit einem FH-Abschluss möglich ist, steht in der Prüfungsordnung der jeweiligen Universität. Die Tendenz ist allerdings, dass viele Unis bemüht sind, Absolventen und Absolventinnen von Fachhochschulen, die Promotion zu ermöglichen - sofern eine Eignung für die wissenschaftliche Forschung nachgewiesen und von der Uni/den Dozenten festgestellt werden kann. (Promotionsvorbereitende Studien bzw. ein Eignungsfeststellungsverfahren werden in der Regel gefordert, bevor es losgehen kann.)