
"Ich würde gerne was mit Medien machen". Diesen Satz bekommt jeder Berufsberater des Öfteren zu hören. Damit verbunden sind bei den Studieninteressierten allerdings oft diffuse Vorstellungen von einer Glitzerwelt, die mit der Realität wenig zu tun hat.
Die Zahl der Studierenden in Medien-Studiengänge hat sich in den vergangenen Jahren nahezu verdoppelt (von 28.000 WS 95/96 auf 55.000 im WS 2005/2006). Jedes Semester sind neue Studienangebote an deutschen Hochschulen zu finden - insgesamt sind schon über 400 Angebote in diesem Bereich gelistet. Eine Entwicklung, die der Wissenschaftsrat in einer Erklärung vom Mai 2007 mit Sorge betrachtet hat, da sich unter gleichen Titel oft unterschiedliche Inhalte verbergen.
Als geübte Konsumenten von Medien in allen Ausformungen - Kino- und Fernsehfilme, Dokumentationen und Nachrichten, Werbe- und Videoclips, Zeitschriften und Radiosendungen - wollen immer mehr Abiturienten ihr Hobby zum Beruf machen. Wie man sich tatsächlich qualifizieren kann, ist erst klar, wenn das Bild vom späteren Beruf Form annimmt. Je klarer das Berufsbild ist, desto leichter lässt sich der passende Studiengang finden.
Nicht verwirren lassen
Ein Koordinationszentrum für die Ausbildung in den Medienberufen ist das AIM (www.aim-mia.de). Dort gelistet sind alle erdenklichen Berufe, die "irgendwas mit Medien" zu tun haben, vom Character-Developer und Dramaturg, über den Kameramann, den On-Air-Producer bis hin zum Werbezeitenverkäufer. Die alphabetische Liste zeigt deutlich, wie vielfältig die Branche ist. In letzter Konsequenz funktioniert aber - trotz aller Vielfalt - immer noch die Einteilung in vier Kompetenzfelder: die Bereiche Inhalt, Technik, Management oder Design.
Inhalt: Inhaltlich arbeiten im Medienbereich zum Beispiel der Journalist, der Online-Redakteur, der Konzepter, der Rechercheur und der Drehbuchautor. Für dieses Tätigkeitsfeld ist eine publizistische Ausbildung eine gute Basis.
Technik: Für die Umsetzung der Produkte sind die technischen Spezialisten verantwortlich. In den entsprechenden Abteilungen der Medienunternehmen sind neben Fachleuten aus dem Bereich Ton und Schnitt, Lichttechnikern und Kameramännern auch Ingenieure der Nachrichten- Kommunikations-, Medien- und Fernsehtechnik zu finden.
Management: Die Programmplanung und die strategische Ausrichtung im wirtschaftlichen Bereich ist Aufgabe für Personen mit einem wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund. Darüber hinaus existieren spezielle Studiengänge im Bereich Medienwirtschaft und Media Management.
Design: Die gestalterische Realisierung übernehmen Mediendesign-Profis. Sie entwerfen Layouts, gestalten die Medien und verwirklichen Szenenbilder (Virtuelles Design). Absolventen der Studiengänge Kommunikationsdesign, Mediengestaltung, Virtuelles Design, Animation und ähnlicher Programme finden hier ihr Betätigungsfeld.
Bei großen Medienunternehmen gibt es für jeden Aufgabenbereich eine eigene Stelle. Bei kleinen Produktionsfirmen sind Allrounder gefragt. Wer auf der Suche nach einem Medienjob ist, überlegt sich am besten erstmal, wie der zukünftige Beruf genau aussehen sollte, und schnuppert dann die Praxis. In kaum einer anderen Branche ist die Berufserfahrung so ausschlaggebend. Wichtig ist eine breit angelegte Ausbildung, die früh Praktika in der Branche integriert. Trotz einiger Up-and-Downs in den letzten Jahren kann man immer noch sagen, dass die Medien- und Unterhaltungsbranche einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in Deutschland ist. 2005 erzielte die Branche immerhin einen Umsatz von rund 57 Mrd. Euro.
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Ulrike Hartmann
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