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Studieren im Ausland

Studieren in Italien

Wer möchte nicht den Tag mit einem Cappucino und einem Cornetto einleiten und am Abend mit allen Freunden auf der Piazza seinen Vino trinken und Spaß haben? Italien bietet aber nicht nur Dolce Vita, schönes Wetter und freundliche Menschen, sondern über 2000 Jahre Kultur und eine vor Lebensfreude sprühende Sprache. Kein Wunder also, dass es für viele von uns ein Traum ist, in einem solchen Land zu leben und dessen Traditionen näher kennen zu lernen. Dabei sind Rom, Florenz und Bologna natürlich "Dauerbrenner" bei den ausländischen Studierenden.


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Welche Art von Universitäten gibt es und wie sind diese organisiert?

Über ganz Italien verteilen sich mehr als 80 staatliche und private Hochschulen, an denen man einen universitären Abschluss erreichen kann. Die verschiedenen Bezeichnungen und Ausrichtungen dieser Hochschulen verweisen auf die Fülle des Bildungsangebotes, laufen aber alle unter dem Deckmantel einer Universität. Daneben existiert eine große Anzahl von Akademien, die auf unterschiedliche Art und Weise zu einem speziellen Abschluss führen, der einem Hochschulstudium gleichgestellt ist. Eine andere Art von Hochschulen stellen die Ausländeruniversitäten dar, an denen Studenten aus aller Welt ihren Erfahrungsschatz bezüglich der italienischen Sprache und Kultur erweitern können. Auch die Möglichkeit des Fernstudiums wird von einigen italienischen Hochschulen mit unterschiedlich ausgerichteten Online-Studiengängen angeboten.

Zur besseren Orientierung bietet diese Einteilung eine Übersicht der Wahlmöglichkeiten:

  • Università statali (Staatliche Universitäten): Herkömmliche Universitäten mit einem klassischen Bildungsangebot, die vom italienischen Staat verwaltet werden.
  • Politecnici (Technische Universitäten): Universitäten, deren Bildungsangebot unter anderem Mathematik, Architektur etc. beinhaltet.
  • Università libere (Freie / Unabhängige Universitäten): Universitäten, die ein weites Spektrum an Studienfächern und Kombinationen anbieten und privatisiert sind.
  • Scuole superiori (Hoch- und Spezialisierungsschulen): An diesen Schulen sind nur Elite-Studenten zugelassen und dementsprechend ist das Ausbildungsniveau sehr hoch. Diese Einrichtungen stellen zusätzlich viele Spezialisierungsmöglichkeiten für ihre Studenten bereit.
  • Accademie (Akademien): Diese sind sowohl staatlich als auch privat organisiert und bieten Studien der unterschiedlichsten Richtungen an. Neben den bekannten Kunstakademien sind hier Institute für Design, Tanz, Theater etc. zu finden.
  • Università per stranieri (Universitäten für Ausländer): An diesen Universitäten können spezielle Sprach- und Kulturstudiengänge besucht werden.
  • Fernstudium an einer italienischen Hochschule: Unter anderem bietet die ICoN (Italien Culture on the Net)  - ein Zusammenschluss von Italienischen Hochschulen - den Studiengang „Italienische Sprache und Kultur“ an, der speziell für ausländische Studierende konzipiert wurde.

In Italien schreiben sich jährlich ca. 330.000 Studenten für ein Studium ein. Daraus resultiert eine seit Jahren relativ konstante Anzahl von 1,8 Millionen Studenten im ganzen Land. Allein die "Sapienza" in Rom versammelt über 130.000 Studierende. Die Quote der ausländischen Studenten beträgt ca. 26.000.

Nach welchem System funktioniert das Studium?

In Italien spricht man nicht von Semestern, sondern von Anno accademico, also vom Studienjahr. Offiziell beginnt dieses im September und dauert bis Juli. Allerdings starten die Lehrveranstaltungen je nach Hochschule erst im Oktober oder November. Ab Mai setzt dann eine Prüfungsphase ein.

Das gesamte italienische Hochschulsystem wird seit 2002 entsprechend der Beschlüsse des Bologna Prozesses reformiert. Als Student kann man drei unterschiedliche Studienniveaus anstreben, in denen unterschiedlich viele Leistungspunkte erbracht werden müssen. Der Einstieg funktioniert über die Laurea di primo livello (entspricht dem Bachelor). Das Studium dauert drei Jahre und die Studenten können mit diesem Abschluss (laurea) in die Arbeitswelt einsteigen. Die zweite Ausbildungsstufe bietet verschiedene Studienaufbaumöglichkeiten an. Eine der Varianten ist der zweijährige Corso di laurea specialistica, dessen Abschluss dem internationalen Master gleichgesetzt ist. Die letzte und oberste Stufe beschränkt sich auf eine Art Promotionsstudiengang (corso di dottorato di ricerca) oder weitere Spezialisierungsmöglichkeiten.

Gibt es Studiengebühren?

Alle italienischen Hochschulen verlangen Studiengebühren. Der Betrag setzt sich aus einer landesweit einheitlichen und jährlich zu zahlenden Einschreibegebühr und aus einer spezifischen Summe der jeweiligen Bildungsinstitution für Dienstleistungen und Studienförderung zusammen. Es ist daher nicht möglich, einen Pauschalbetrag für alle italienischen Universitäten zu nennen, da jede Hochschule ihr eigenes Beitragsmodell entwickelt hat. Am Besten versucht man frühzeitig die ausgewählten Hochschulen zu kontaktieren, um deren Zahlungsmodalitäten zu erfahren. Glücklicherweise gibt es meistens Vergünstigungsmöglichkeiten für Studierende aus Familien mit niedrigem Einkommen. Die Kosten der staatlichen Hochschulen sind in der Regel etwas günstiger. Als ungefähren Richtwert kann man 600 bis 800 Euro pro Jahr veranschlagen.

Zulassungsvoraussetzungen und Bewerbungsmöglichkeiten

Für ein Studium in Italien ist die Allgemeine Hochschulreife erforderlich, die von den italienischen Konsulaten oder Kulturinstituten an das Niveau der dort gültigen Maturità durch eine "Dichiarazione di valore" angepasst werden. Da es in Italien keine Fachhochschulreife und auch keine Fachhochschule gibt, kann es bei der Anerkennung zu Problemen kommen. In Zweifelsfällen ist es sinnvoll, bei der gewünschten Universität nachzufragen.

Als unbedingte Voraussetzung für ein gutes Studium sind natürlich Sprachkenntnisse erforderlich, die man durch die Sprachenzertifikate CILS und CELI nachweisen kann und die von allen Universitäten Italiens anerkannt werden.

Die Bewerbungsformalitäten selbst sind relativ unkompliziert. Die Interessenten können sich direkt an den ausgewählten Hochschulen bewerben. Wie bei allen Behörden macht man keine Fehler, wenn man deren Bewerbungstermine beachtet. Also gilt es rechtzeitig Informationen bezüglich der Termine sowie der  benötigten Unterlagen in Erfahrung zu bringen. Landesweit sind nur die medizinischen Studiengänge, Architektur und Erziehungswissenschaften zulassungsbeschränkt. Bei allen anderen entscheiden die einzelnen Hochschulen über Zulassungsgrenzen. Wer sich für einen der Numero chiuso (zulassungsbeschränkter Studiengang) bewirbt, muss an einer Auswahlprüfung teilnehmen.

Besonderheiten?

Einige der italienischen Hochschulen bieten vor dem offiziellen Anno accademico einen Sprachkurs für ausländische Studierende an. Die Kurse finden je nach Hochschule im September oder Oktober statt. 
 
Nur nicht den Kopf hängen lassen, wenn deine "Traum"-Universität keinen Sprachkurs anbietet. Es gibt die Möglichkeit, an den sogenannten Università per stranieri (Universitäten für Ausländer) vor dem eigentlichen Studium eine Stippvisite einzulegen und dort sein Sprachenzertifikat zu erwerben. Diese Universitäten vermitteln den internationalen Studenten die nötigen sprachlichen und kulturellen Kompetenzen für ein Studium in Italien.

Interessante Links

Das Ministerio dell'università e della ricerca bietet erste Einstiegsmöglichkeiten zur Selbstrecherche:
www.miur.it/
Die Ausländeruniversitäten in Perugia und Siena:
www.unistrapg.it/ (Perugia)
www.unistrasi.it/ (Siena)
Informationen über die Aufnahmeprüfungen und Neuigkeiten im italienischen Uni-Leben bietet:
www.alphatest.it
Eine der großen italienischen Tageszeitungen:
www.repubblica.it

Auslands–BAföG für Italien wird über das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf in Berlin beantragt.

Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf
Abteilung Bürgerdienste, Ausbildungsförderung und Personal
Auslandsförderung Italien
10 617 Berlin
Tel.:  030 / 9029-10
Fax.: 030 / 9029-13 460
E-Mail: bafoegitalien@no-spamcharlottenburg-wilmersdorf.de
Internet: www.berlin.de/ba-charlottenburg-wilmersdorf/org/buergerdienste/bafoeg.html

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