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1997 - 2017
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Mit dem interdisziplinären, postgradualen Master-Studiengang MediaArchitecture wird dem fortgesetzten Strukturwandel der Gesellschaft und der gesteigerten Bedeutung des wechselseitigen Einflusses von Medien und Architektur Rechnung getragen.

Ziel ist es, die zunehmende Verschränkung zwischen architektonischem und medialem Raum für die Lehre und Forschung und für neue Berufsfelder zu erschließen. Ausgehend von der zunehmenden Medialisierung des öffentlichen Lebens und der Alltagskultur reagiert der Master-Studiengang nicht zuletzt auf die zunehmende Nachfrage nach hoch qualifizierten Hochschulabgängern im interdisziplinären Bereich zwischen Medien und Architektur.

Allgemeiner Themenhorizont

Die Allianz der Architektur mit den Medien hat drei Stadien, die allgemein das inhaltliche Themenfeld beschreiben:

Erstens ist Architektur wie Sprache, Text und Zeichen selbst ein Medium, das Wirklichkeit und deren Bedeutung nicht nur vermittelt, verarbeitet und speichert, sondern genauso erzeugt. In diesem Sinne ist die Architektur immer auch Wahrnehmungsmaschine, Körpertechnik, semiotisches Werkzeug usw. Exemplarisch hierfür stehen das Fenster als Blick, Bild und Spiegel, die Glashäuser als Panorama oder eben der Raum als eine Choreografi e des Gebrauchs. Digitale Medien ermöglichen die Erweiterung des realen Raumes und erlauben dessen Wechselwirkung mit den virtuellen Räumen (Rechenräume, Informations- und Unterhaltungsräume, Immersionsräume etc.)

Zweitens ist Architektur in Medien repräsentiert. Architektur zirkuliert in Medien, welche strukturell und diskursiv als Defi nitionsmacht der Architektur auftreten. Insofern tragen die Repräsentationsformen von Architektur (Zeichnung, Skizze, Diagramm, Modell, Buch, Fotografi e, Film, Virtual Reality) sowie die Techniken ihrer Verbreitung wesentlich zu ihrer Konstituierung bei. Andererseits wirkt die Architektur auch auf die anderen Medien und dient selbst als Modell für diese.

Drittens verdoppelt sich die Architektur virtuell, indem die auf den neuen Technologien basierenden »künstlichen Welten« eine ganz eigene Architektur ermöglichen bzw. simulieren, so dass sich neue Typologien von Immersionsräumen entwickeln.Dabei wird wiederum klar, dass die Architektur immer schon Prototyp solcher Immersionsräume ist. Die Architektur bietet hier sowohl die Metaphern, die Sprache, als auch die Struktur zur Ordnung und zur Navigation von Wissen.

Kompetenzen und Qualifikationen


Das Masterprogramm soll den Studenten sowohl instrumentelle wie konzeptionelle Kompetenz vermitteln:

  • die technische Beherrschung avancierter Medienwerkzeuge im Kontext der Architektur (Konstruktions-, Präsentations-, Simulationsprogramme),
  • die Verwendung neuer digitaler Technologien im Raum und ihre Wechselwirkung mit architektonischen Fragestellungen (intelligentes Haus, Medienfassaden etc.)
  • ein komplexes Verständnis der Architektur als Medium sowie der Medien der Architektur (Architektur-, Medien-, Kunsttheorie),
  • die Fähigkeit zur interdisziplinären Zusammenarbeit von Mediengestaltern, Architekten und Kulturwissenschaftlern,
  • Entwicklung einer Debattenkultur, Kritikfähigkeit, Generierung innovativer Ansätze etc.

Der Studiengang baut auf den jeweiligen Qualifikationen auf und bietet – in Ergänzung zur eigenen Profession – Erfahrungsgewinn im jeweils anderen Berufsfeld. Es soll ein neuer Begegnungsraum (gleichermaßen für Lehrende und Studierende)
geschaffen werden, in dem gemeinsame Forschungsfelder bearbeitet werden. Über Kooperationserfahrungen sowie gemeinsame neue Arbeitsbereiche sollen neue Ausdrucksformen angeregt werden. Ziel ist die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Studierenden in ihrer Disziplin wie auch in ihrer Überschreitung.

Studieninhalte


Bezugnehmend auf die teilnehmenden Lehrgebiete lässt sich eine differenzierte sowie wechselseitig angelegte Auseinandersetzung ableiten:

Entwerfen und Bauformenlehre

  • das „Szenarische“: Dramaturgie und Regie als Handlungsmuster für den architektonischen Entwurfsprozess
  • Prozessuale Sichtweisen im (Architektur-)Entwurf/ unktionsabläufe in architektonischen

Räumen

  • neue Freiheitsgrade des Wahrnehmungsraumes: Synchronisierung des Ortsbezuges der Architektur und des Zeitbezuges des medialen Ereignisses
  • Licht als Medium (sphärische Parameter der Architektur)
  • Physiologische Architektur

Darstellungsmethodik

  • Projektive Synchronisation und Verknüpfung zwischen technisch verschieden dargestellten realen und virtuellen, medialen und architektonischen Räumen (Zeichnung, Foto, Rendering etc.), geometrische Analyse- und Konstruktionsverfahren
  • Modellieren, Präsentieren, Simulieren
  • Bildbasierte virtuelle Welten (IVR und QTVR) – Einsatzgebiete, Arten, Produktion, Werkzeuge

Entwerfen und Architekturtheorie

  • allgemeine Anwendung des medientheoretischen Diskurses auf die Architektur
  • Architektur als gemischtes Medium: Wahrnehmungsmaschine, Körpertechnik, semiotisches Werkzeug, Physiologie und Performativität im Raum
  • Architektur in den Medien: mediale Repräsentanz als Definitionsmacht von Architektur
  • Immersionsräume: Metaphern, Sprache und Struktur zur Ordnung und Navigation von Wissen

Computer-Supported Cooperative Work (CSCW)

  • Intelligente Gebäude: Adaptation des Raumes an die Präsenz und Aktivitäten der Anwesenden
  • Kooperative Gebäude: integrierte Unterstützung von sozialer Interaktion und Kooperation in einem oder verteilt in mehreren Gebäuden
  • Ambient Interfaces: subtile Präsentation von (digitalen) Informationen im Raum
  • Architektur und Cyberspace: Synergien zwischen realen und virtuellen Welten

Geschichte und Theorie der Kulturtechniken

  • Geschichte der grafischen Operationen
  • Medien des Architekturentwurfs, Medien der Planung
  • Korridore, Schleusen, Schwellen: Von urbanen Räumen bis hin zur Filmarchitektur
  • Topographien des Biopolitischen – Raum menschlicher Existenz

Interface Design

  • Wahrnehmung, Wirkung und Funktionsweise „intelligenter“ Räume
  • Interaktionskonzepte im Raum
  • verteilte, ortsabhängige Informations- und Unterhaltungsangebote
  • Konzeption, Produktion und Distribution multimedialer interaktiver Inhalte
  • Dramaturgie der Interaktion im Raum
  • gestalterische Konzepte der Medien in „realen“ Bauten (Architektur, temporäre Bauten, Theater)

Internationale Studienprogramme im Rahmen von MediaArchitecture

Das dritte Semester kann als Praxis- oder Auslandssemester an einer der Partner­universitäten gewählt werden.

In den beiden internationalen Double Degree Studienprogramme »Interna­tional MediaArchitecture Master Studies« (IMAMS) in Kooperation mit der SUNY, University at Buffalo und »Interactions and Interfaces for Digital Environments« (IDE) in Kooperation mit der Tongji University, Shanghai verbringen Studierende jeweils das zweite und dritte Semester im Ausland. Die beiden internationalen Doppelabschlussprogramme fördern die Befähigung der Studierenden zur interdisziplinären internationalen Kooperation und zur interkulturellen Kommunikation und bereiten die Absolventen auf den globalen Markt und seine Wechselwirkung von Medien und Architektur vor.

IMAMS

Das integrierte Double Degree Studienprogramm „International MediaArchitecture Master Studies“ (IMAMS) gibt den Studierenden einen vertieften und qualifizierten Einblick in die Fachgebiete der Medienarchitektur, um damit die Absolventen auf den globalen Markt und seine Wechselwirkung von Medien und Architektur vorzubereiten. Es fördert die Befähigung der Studierenden zur interdisziplinären internationalen Kooperation und zur interkulturellen Kommunikation. Die Bauhaus-Universität Weimar und die SUNY, University at Buffalo verleihen nach erfolgreichem Studium zwei Masterabschlüsse. Deutsche Studierende können sich um eine Förderung beim DAAD bewerben.

IDE

Das integrierte Double Degree Studienprogramm "Interactions and Interfaces for Digital Environments" (IDE) gibt den Studierenden einen vertieften und qualifizierten Einblick in die Fachgebiete der Medienarchitektur mit Vertiefung in Interaktion und Interfaces für digitale Umgebungen. Die Studierenden sollen auf den globalen Markt und seine Wechselwirkung von Medien und Architektur vorbereitet werden. Das Studium fördert die Befähigung der Studierenden zur interdisziplinären internationalen Kooperation und zur interkulturellen Kommunikation. Die Bauhaus-Universität Weimar und die Tongji Universität in Shanghai verleihen nach erfolgreichem Studium zwei Masterabschlüsse.

Studienberatung

Allgemeine Studienberatung
Christian Eckert
Studienberater
Geschwister-Scholl-Straße 15, Raum 005
Tel.: +49 (0) 36 43/58 23 58
E-Mail: studium@uni-weimar.de

Sprechzeiten:
Montag 12.30 Uhr - 15 Uhr
Dienstag und Donnerstag  
10 - 11.30 Uhr, 12.30 - 16 Uhr
sowie nach Vereinbarung

Fachstudienberatung
Siehe Webseite >

Weitere Informationen zum Studiengang erhalten Sie auf der Webseite der Universität
Zur Webseite >


 

 

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