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Freilegung einer bronzezeitlichen Fundschicht
Reinigung des Motors eines Oldtimers
Reinigung einer Silber-Gelatine-Fotografie

Wer handwerkliches und praktisches Arbeiten mit fundierten natur- und geisteswissenschaftlichen Kenntnissen verbinden möchte ist beim Studiengang Konservierung/Restaurierung und Grabungstechnik an der HTW Berlin genau richtig.

Seit 1993 werden hier Spezialisten für die Restaurierung und Ausgrabung von Kulturgütern ausgebildet. Auf dem neuen Campusgelände der HTW Berlin, direkt an der Spree, im Stadtteil Oberschöneweide befinden sich die hervorragend ausgestatteten Labore und Werkstätten der Restaurierungs- und Grabungstechnikstudenten.

Bachelor

Das Bachelorstudium beginnt jeweils im Wintersemester und endet nach sieben Semestern mit dem ersten berufsqualifizierenden Abschluss, dem Bachelor. Direkt im Anschluss kann das dreisemestrige Masterstudium der Konservierung und Restaurierung angeschlossen werden.

Der Studiengang hat vier Schwerpunkte:

  • Archäologisch-Historisches Kulturgut
  • Grabungstechnik
  • Moderne Materialien und Technisches Kulturgut
  • moderne Medien

Unabhängig von der Wahl des Schwerpunktes liegt zu Beginn des Studiums das Hauptaugenmerk auf den Fächern Naturwissenschaften (Chemie und Werkstoffkunde), Dokumentation sowie den Methoden und ästhetischen Ansätzen der Restaurierung selbst.

Wer antike Tongefäße und Mauerreste ausgraben oder historische Fotos und Maschinen restaurieren möchte, muss Zerfallsprozesse im Boden, Wasser und an der Luft kennen und einschätzen können. Metall, Keramik, Holz, Glas, organische Materialien, aber auch Klebstoffe und Reinigungsmittel werden in ihrer Struktur und ihrem Verhalten bei Alterung untersucht und erforscht. Nur so können Herstellungs- Gebrauchs- und Altersspuren nachvollzogen und unterschieden werden.

Das notwendige Wissen wird theoretisch und in praktischen Laborübungen vermittelt und in den Werkstatträumen an historischen Objekten angewandt. Im 5. Semester ist eine dreimonatige Praktikumsphase außerhalb der Hochschule vorgesehen. Wichtige Bestandteile des Bachelorstudiums sind je nach Wahl des Schwerpunktes die geisteswissenschaftlichen Fächer Archäologie, Technik-, Kunst- sowie Foto- und Filmgeschichte und das Erlernen der manuellen Fertigkeiten beim praktischen Arbeiten an Objekten.

Präsentation der Studien-Schwerpunkte im Einzelnen:

Schwerpunkt Archäologisch-Historisches Kulturgut (AHK)

Archäologisches Kulturgut sind alle im Boden und dem Wasser gelagerten Objekte der Vergangenheit. Sie können Jahrtausende alt sein aber auch aus jüngster Vergangenheit stammen und aus allen Gegenden der Welt kommen.

Der Schwerpunkt AHK umfasst das Erlernen von qualifizierten Methoden im Umgang mit unterschiedlichen Bodenfunden und Objekten aus Keramik, Metall, Glas und organischen Materialien wie Textilien, Holz, Leder oder Elfenbein.

Was den Schwerpunkt darüber hinaus interessant und flexibel macht, ist seine zwanglose Ausweitung in die Bereiche Archäologie Ethnologie und Kunstgewerbe. Hier wird deutlich, wie wenig eng die fachlichen Grenzen auf dem Gebiet der Konservierung und Restaurierung von Objekten zu ziehen sind.

Im Studium ergibt die enge Verzahnung mit dem Schwerpunkt Grabungstechnik eine günstige und beabsichtigte Kombination fachlich ineinander und übergreifender Gebiete, die durch die Ausgrabungen direkt miteinander verbunden sind.

Schwerpunkt Grabungstechnik (GT)

Leidenschaft für Archäologie, Begeisterung für die Antike oder andere Epochen der Weltgeschichte? Praktisch arbeiten wollen, mit guten Berufsaussichten? Dann ist der Studienschwerpunkt Grabungstechnik die richtige Wahl.

Durch systematische, wissenschaftlich fundierte Ausgrabungen ist es möglich, die zahlreichen historischen Informationen, die das Bodenarchiv freigeben kann, ebenso zu Tage zu fördern wie die Funde selbst. Um dies zu erreichen, sind eine fundierte Ausbildung und ein umfassendes Wissen von Objekten und ihren Fundzusammenhängen notwendig. Dabei geht es nicht allein um „wertvolle“ oder „ästhetische“ Objekte, sondern ebenso um Alltagsgegenstände und ihren speziellen Fundkontext. Diese können faszinierende Geschichten erzählen aus „geschichtsloser“, da schriftloser Zeit, oder aus Bereichen des Lebens, über die kein Schriftstück Auskunft gibt.

Ein Studium im Schwerpunkt Grabungstechnik befähigt sowohl zur fachgerechten Ausgrabung verlassener Siedlungen, vorgeschichtlicher Gräberfelder, mittelalterlicher Stadtkerne oder eiszeitlicher Höhlen, als auch diese zu dokumentieren und für die weitere museale, akademische oder denkmalpflegerische Nutzung aufzubereiten. Zugleich eröffnet die enge Verbindung von kultur- und naturwissenschaftlichen Studienbereichen am Studiengang Restaurierung/ Grabungstechnik der HTW einzigartige Möglichkeiten, über das Ausgraben hinaus auch die weitere Fundbearbeitung zu erlernen. Grabungspraktika, Vermessungstechnik, Datenbankarbeit stehen ebenso im Lehrplan wie Praktika in geophysikalischen Prospektionen. So wird nicht nur breit gefächertes, vielschichtiges Wissen, sondern auch die Vielfalt von Berufsmöglichkeiten vermittelt. Grabungen im In- und Ausland führen ins Abenteuer Archäologie.

Schwerpunkt Moderne Materialien und Technisches Kulturgut (MMTK)

Industriekultur und Alltagskultur des 19. und 20. Jahrhunderts ist das Thema dieses Studienschwerpunktes. Jeder ist durch familiäre Bindungen und persönliche Erinnerungen mit ihr verbunden: Sie bildete mit der massenhaften Vermehrung der Dinge, der Objekte, die den Menschen umgeben, die Grundlage unserer modernen Lebenswelt.
 
Technisches Kulturgut sind diese in vielfältigen Materialien geformten Produkte und ihre Produktionsmittel, die Anlagen und Geräte. Mit hohem wissenschaftlichem Potential und gesellschaftlicher Investition wurden - und werden bis heute - immer nuancierter den technischen Anforderungen angepasste Materialien entwickelt: die modernen Materialien. Diese Objektkategorie in ihrer authentischen Qualität zu erhalten ist Aufgabe der Konservierung und Restaurierung von modernen Materialien und technischem Kulturgut. Das Fach ist interdisziplinär und vielfältig. Jeder Studierende kann sich bestimmten Objektgruppen oder auch Materialkategorien intensiver widmen als anderen - seien es Großobjekte wie Krananlagen oder feinmechanische Geräte sowie Kunststoffe oder Metall.

Schwerpunkt moderne Medien (mm)

Die seit dem 19. Jahrhunderts ständig wachsende Bedeutung von Medien in Kunst, Wirtschaft und Gesellschaft erfordert Anstrengungen zur Erhaltung dieser Hervorbringungen. Hierfür bietet der Studienschwerpunkt moderne medien ein Angebot, das in der Kombination und Konzentration auf diese Medien in der deutschsprachigen Hochschullandschaft mit Restauratorenausbildung einmalig ist.

Die Entwicklungsperspektive des Studienschwerpunktsliegt fachlich auf der Auseinandersetzung mit der Medienkultur und mit ihrem virtuellen Erbe, wie es sich seit dem 19. Jahrhundert entwickelt hat. Im wissenschaftlichen Kontext ist dafür eine enge Verzahnung von kultur- und naturwissenschaftlichen, sowohl materialtechnischen, chemischen und physikalischen Phänomenen gefordert.

Vorstellung der zahlreichen Studierenden-Projekte an historischen Objekten oder Beispiele von Semesterarbeiten der Werkstoffkunde gibt es hier >.

Bewerbung

Für die Zulassung zum Studium im Studiengang Konservierung/Restaurierung und Grabungstechnik bestehen folgende Zulassungsvoraussetzungen:

  • Fachhochschulreife (oder Allgemeine Hochschulreife (Abitur) bzw. Berufsausbildung mit Abitur, oder Fachgebundene Studienberechtigung gemäß § 11 BerlHG)
  • ein 12-monatiges Vorpraktikum, für das Zeiten angerechnet werden können, wenn ein Abschluss einer einschlägigen Berufsausbildung nachgewiesen werden kann
  • Teilnahme am Beratungs- und Eignungsgespräch mit Feststellung der studiengangbezogenen Eignung

Zum Beratungs- und Eignungsgespräch ist eine Mappe im Fachbereich 5, Studiengang Konservierung und Restaurierung/Grabungstechnik in Berlin-Schöneweide, Wilhelminenhofstr. 75 (12459 Berlin) in Gebäude A einzureichen.

Der Bewerbungsschluss ist der 31. März eines jeden Jahres.
Ausführliche Informationen zur Bewerbung und Mappe finden Sie hier > .

Master

Abschluss: Master of Arts
Regelstudienzeit: 3 Semester
Start: Sommersemester
Unterrichtssprache:Deutsch
Standort:Campus Wilhelminenhof
Zugangsvoraussetzungen: Bachelor in Konservierung und Restaurierung/Grabungstechnik oder Bachelor, Master oder Hochschuldiplom in einem vergleichbaren Studien

Konservierung und Restaurierung – ein Beitrag zur Gesellschaft

Kulturgüter sind materielle und immaterielle Zeugnisse der Geschichte der Menschheit; sie dokumentieren den Werdegang einer Gesellschaft und Kultur. Damit befördern sie nicht nur die Identität einer Gesellschaft im Jetzt, sondern nehmen letztlich auch Einfluss auf ihre weitere Entwicklung. Die materiellen Kulturgüter wie Fotografien oder Videos, Maschinen oder Textilien, Keramiken, Bauwerke oder Waffen sind vom Verfall bedroht oder davon bereits betroffen. Ihre Erhaltung nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu planen, vorzubereiten und umzusetzen sowie ihre authentische Wahrnehmung zu ermöglichen sind die Aufgaben, die die Absolventinnen und Absolventen des Master-Studiums "Konservierung und Restaurierung" professionell erfüllen können.

Praxisprojekte und moderne Analytik

Um Sie optimal auf Ihren beruflichen Einsatz vorzubereiten, konzentriert sich das Master-Programm an der HTW Berlin auf angewandte Forschungsprojekte, die teilweise in Kooperation mit namhaften Praxispartnern stattfinden. So können Sie bereits während des Studiums wichtige Netzwerke aufbauen. Sie erhalten die Möglichkeit, historische Objekte jeder Art naturwissenschaftlich instrumentell zu analysieren. Die HTW Berlin bietet hierfür hochmodern eingerichtete Labore, u.a. mit einem Röntgenfluoreszenzspektrometer, einem Fourier-Transformations-Infrarotspektroskop und einem Gerät für die Thermogravimetrie.

Die praktische wie die wissenschaftlich fundierte theoretische Ausbildung findet jeweils vertieft in einem der Schwerpunkte

  • Archäologisch-Historisches Kulturgut
  • Audiovisuelles und Fotografisches Kulturgut - Moderne Medien
  • Moderne Materialen und Technisches Kulturgut

statt. Diese Schwerpunkte in Verbindung mit der internationalen Ausrichtung der Projekte vermitteln Ihnen das Wissen und die praktischen Fähigkeiten, um sich weltweit am Erhalt und der Restaurierung bedrohter Kulturgüter zu beteiligen.

Präsentation der Studien-Schwerpunkte im Einzelnen:

Archäologisch-Historisches Kulturgut (AHK)

Objekte aus aller Welt

Archäologisch-historische Kulturgüter sind Objekte und Spuren menschlicher Zivilisation, die im Boden und Wasser zu finden sind. Sie können aus allen Gegenden der Welt kommen und in großer Material- und Formenvielfalt vorliegen — ob Jahrtausende alt oder aus jüngster Vergangenheit.

Kultur-, Natur- und Ingenieurwissenschaft

Die Objekte müssen zunächst gesichert und das vorliegende Material erschlossen werden. Dabei kommen v.a. natur- und ingenieurwissenschaftliche Methoden zum Einsatz, ergänzt  durch kulturwissenschaftliche Grundlagen. Erst im Anschluss entwickeln Sie unter Berücksichtigung aller vorhergehenden Ergebnisse restauratorische Maßnahmen und konservatorische Konzepte. Der Schwerpunkt der Forschungen liegt zunehmend auf exemplarischen Untersuchungen, um Lösungen für größere Sammlungskontexte anzubieten. Sie erarbeiten Maßnahmen und Methoden, die auf viele Objekte übertragbar sind.

Audiovisuelles und Fotografisches Kulturgut - Moderne Medien (AVF-MM)

Mediale Aufzeichnungen für die Nachwelt


Ein riesiger Bestand an Fotografien, Filmen und Magnetbändern mit Video- und Soundsignalen wird in Sammlungen archiviert oder in Ausstellungen gezeigt. Inzwischen weiß man um den immensen kulturhistorischen Wert dieser medialen Aufzeichnungen. Doch es gibt nicht viele Spezialisten und Spezialistinnen, die alte Fotografien und Filme aufarbeiten können. Die Verfahren sind faszinierend vielfältig.

Neue Methoden entwickeln

Das Fachgebiet ist noch sehr jung. Es gibt also noch genügend Spielräume, um im Studium durch Forschen und  Experimentieren neue Methoden für die Bewahrung und Restaurierung zu entwickeln und umzusetzen. Im Master-Studiengang "Konservierung und Restaurierung" vertiefen Sie Ihre bereits erworbenen theoretischen und praktischen Kenntnisse und werden zur Expertin oder zum Experten für audiovisuelles und fotografisches Kulturgut.

Moderne Materialien und Technisches Kulturgut (MMTK)

Alltagsgegenstände der Industriekultur

Wie wurden um 1930, wie um 1955 Lebensmittel aufbewahrt, das Haus gesaugt oder die Wäsche gewaschen und gebügelt? Die Alltagsgegenstände der Industriekultur sind uns vertraut und doch kaum bekannt — z.B. die Schreibmaschine des Großvaters, die Nähmaschine der Urgroßmutter oder die Krananlage, die lebensnotwendige Güter vom Schiff in die Eisenbahn verladen hat. Technisches Kulturgut sind sowohl Produkte als auch ihre Produktionsmittel, die Anlagen und Geräte.

Interdisziplinäres Arbeiten

Um der Vielfalt der Objekte — von der Grubenlampe, über die Staatsflagge bis zum historischen Automobil - gerecht zu werden, ist ein interdisziplinärer Ansatz nötig. Innerhalb dieses Fachgebiets können Sie sich aber auch spezialisieren und bestimmten Objektgruppen oder auch Materialkategorien intensiver widmen. Möglich sind:

  • Großobjekte und Anlagen,
  • Kraftfahrzeuge, wissenschaftliche Instrumente (ab 18. Jahrhundert),
  • neuzeitliche Kleinobjekte aus industrieller Produktion,
  • Kunst- und Designobjekte des 20. Jahrhunderts oder 
  • mechanische und elektronische Musikinstrumente (in Kooperation mit dem Staatlichen Institut für Musikforschung des Preußischen Kulturbesitz und dem Musikinstrumentenmuseum).

Mehr Informationen hier >

Kontakt

Dr. phil. Alexandra Jeberien (Professorin AHK)
Telefon: (030) 5019-3491
Email: Alexandra.Jeberien@no-spamHTW-Berlin.de

Ruth Keller M.A. (Professorin MMTK)
Telefon: (030) 5019-4258
Email: Ruth.Keller@no-spamhtw-berlin.de

Dr. Ulrich Ruedel (Professor mm)
Telefon: (030) 5019-4356
Email: Ulrich.Ruedel@no-spamHTW-Berlin.de

Dr. Thomas Schenk (Professor GT)
Telefon: (030) 5019-4712
Email: Thomas.Schenk@no-spamHTW-Berlin.de

Dr. Christian Stadelmann (Professor Naturwissenschaften und Studiengangssprecher)
Telefon: (030) 5019-4336
Email: Christian.Stadelmann@no-spamHTW-Berlin.de

Adresse

Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
Fachbereich 5 Gestaltung
Bachelorstudiengang Konservierung und Restaurierung/Grabungstechnik
Wilhelminenhofstr. 75a
12459 Berlin

Weitere Informationen zum Studiengang finden Sie auf der Webseite der Hochschule.
Zur Webseite >

 

 

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