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1997 - 2017
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Fachleute der Frühförderung sind Spezialisten für Kindesentwicklung in den ersten Lebensjahren und für die Stärkung der Bezugspersonen im Umfeld des Kindes. Der Masterstudiengang „Transdisziplinäre Frühförderung“ bildet entsprechend akademische Fachpersonen aus, die Klein- und Vorschulkinder in ihrer Entwicklung fördern, ihre Eltern begleiten und eng mit anderen Berufsgruppen zusammen arbeiten.

Insbesondere die pädagogische Frühförderung kann dabei im häuslichen Kontext als mobile Frühförderung familienorientierte Hilfen anbieten, die auf das Gesamtsystem Familie zielen. Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen hier eine wesentlich höhere Effizienz der Hilfen als in isolierten Therapieprogrammen. Die FrühförderInnen dieses Studiengangs werden entsprechend zu EntwicklungsexpertInnen für verletzliche Kinder (mit Behinderung, Entwicklungsrisiken oder sozialer Benachteiligung) und UnterstützerInnen für Eltern, aber auch Geschwister und Fachpersonen erweiterter Lebenskontexte (einschließlich Kindertagesstätten) ausgebildet. Dies fällt traditionell primär in die Zuständigkeit von Pädagogik und Sozialarbeit.

Der somit pädagogisch verankerte Studiengang vermittelt sowohl theoretisches Wissen über frühkindliche Entwicklung und Bildung, zielorientierte Förderung, Inklusion von Kindern, Stärkung von Eltern in ihrem Alltag, Arbeit im Team mit MedizinerInnen, TherapeutInnen, PsychologogInnen, SozialpädagogInnen u.a. Ein weiterer Fokus liegt auf dem Erwerb von konkreten Fachkompetenzen (wie z.B. in der Diagnostik, Gesprächsführung, der Förder- und Behandlungsplanung, der gezielten Entwicklungsförderung, der Beziehungsgestaltung zum Kind und der Familie, dem Krisengespräch, der Trauerarbeit). Weiterhin vertieft der Studiengang soziale und persönliche Kompetenzen in der Kommunikation mit verletzlichen Familien.

Damit gehen die Ausbildungsinhalte über den engen Fokus der Pädagogik hinaus. Durch die weit gefächerten Ausbildungsinhalte erhält der Studiengang einen transdisziplinären Charakter, er vermittelt nicht nur Kompetenzen einer Disziplin, sondern bündelt Inhalte verschiedener Disziplinen zu einer umfassenden Grundausbildung mit speziellem Bezug zur Frühförderung. Die Arbeit in und mit der gesamten Familie als System wird vor allem unter dem Gesichtspunkt der Ressourcenorientierung und der Hilfe zur Selbsthilfe (Empowerment) gesehen. In Verbindung mit Management- (Planung und Dokumentation der Frühförderung, Abrechnung, Personalplanung) und wissenschaftlichen Kompetenzen erwerben FrühförderInnen umfassende Reflexions- und Handlungskompetenzen und die Möglichkeit, sich auch für Leitungsaufgaben zu qualifizieren. In studiengangsübergreifenden Modulen werden Handlungskompetenzen wie z.B. Ethik in der Gesundheit und Medizin und Interdisziplinäre Teamarbeit in der Gesundheitsversorgung gelehrt. Dies entspricht dem innovativen Ansatz der MSB in interdisziplinären Teams zu lernen und arbeiten sowie gemeinsam praxisnahe Projekte umzusetzen.

Ziele des Studiengangs

Das Studium vermittelt vertiefte wissenschaftliche und berufsqualifizierende Kenntnisse der Konzepte von Frühförderung und ihrer fachlichen und ethischen Sichtweisen. Gemäß internationaler wissenschaftlicher Erkenntnisse v.a. aus den USA (Dunst, Snyder, Mahoney, Guralnick) und entgegen dem derzeitigen Trend in der deutschen Frühförderung wird diese dabei nicht auf die Förderung des Kindes fokussiert, sondern im Sinne des gesetzlich vorgegebenen familienorientierten Ansatzes mit einem besonderen Augenmerk auf die Lebenswelt und die Entwicklung eines fördernden Gesamtklimas definiert. Daher schließt das Studium eine Qualifizierung in Methoden der Beratung, Forschung und Qualitätsmanagement ausdrücklich ein. Die Absolventen sollen befähigt werden, Strukturen, Prozesse und Entwicklungen in den vielfältigen Arbeitsfeldern und Tätigkeitsbereichen der Frühförderung aus systemischer Perspektive heraus zu interpretieren und kritisch zu analysieren, die Qualität der bisherigen Arbeit durch Integration systemischer Konzepte und Methoden zu verbessern, ihre persönlichen Handlungskompetenzen zu erweitern und erforderliche Veränderungsprozesse zu managen. Die Absolventen des Masterstudiengangs Transdisziplinäre Frühförderung zeichnen sich damit durch eine umfassende Qualifizierung auf fachlicher, sozialer und personaler Ebene aus. Sie sind in der Lage, den systemischen Ansatz und daraus abgeleitete Methoden und Techniken in unterschiedlichen Arbeitsfeldern und auf verschiedenste Zielgruppen anzuwenden und zu reflektieren.
 
Die Absolventen des Studiengangs werden ferner befähigt, die diversen Fachansätze in ihrer Breite aufzunehmen und in die jeweiligen strukturellen Zusammenhänge ihres Fachgebiets einzuordnen, sie zu interpretieren, sich damit kritisch auseinanderzusetzen sowie eigenständige Ideen zu entwickeln (wissenschaftlich-kritisch reflektierender Praktiker). Sie sind in der Lage, mit neuen Situationen adäquat umzugehen, komplexe Probleme hierarchisch zu analysieren (prioritäre Problemanalyse), individuell und fallbezogen im Dialog mit den kooperierenden Strukturen zu lösen und sichere Entscheidungen für eine möglichst nachhaltige Wirkung zu treffen.
 
Die Studierenden entwickeln eine berufliche Identität als Frühförderer vor dem Hintergrund einer transdisziplinären Ausrichtung und der Weiterentwicklung berufstheoretischer Konzepte und aktueller Bildungs- und sozialer Hilfesysteme. Sie lernen in den Bereichen der erweiterten Frühförderung Verantwortung zu übernehmen für komplexe fachliche Tätigkeiten und diese zu legitimieren gegenüber der Klientel, der kollegialen Ebene, den Institutionen und den relevanten gesellschaftlichen Instanzen.
 
Die Studierenden besitzen ferner didaktische Kompetenzen, mit denen sie ihre fachlichen Kenntnisse innerhalb ihrer Berufsfelder oder in Form von Weiterbildungen an andere Fachpersonen weiter geben. Master-Absolventen sollen insofern auch als Multiplikatoren moderner Fachinhalte auf wissenschaftlicher Grundlage fungieren können.

Akademischer Grad: Master of Arts (M.A.)
Regelstudienzeit: 6 Semester / 120 ECTS-Credits
Anzahl der Studienplätze: 25
Studienform: berufsbegleitendes Weiterbildungsstudium

Zulassungsvoraussetzungen: ein erster Hochschulabschluss oder ein Abschluss einer staatlich anerkannten Berufsakademie; zusätzlich ein Aufnahmegespräch mit dem Studiengangsbeauftragten oder einem von ihm beauftragten Dozenten

Bewerbungszeitraum: Der Bewerbungszeitraum für diesen Studiengang läuft bis zum Start des Wintersemesters eines jeden Jahres. Der Studienbeginn ist jeweils zum Wintersemester möglich.

Kontakt

Prof. Dr. Armin Sohns
Telefon: 03631 420-567
Fax: 03631 420-817
E-Mail: sohns@hs-nordhausen.de

Studien-Service-Zentrum
Tel.: 03631 420-222
E-Mail: ssz@hs-nordhausen.de

Weitere Informationen erhalten Sie direkt auf der Webseite zum Studiengang
Zur Webseite >

 

 

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