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1997 - 2017
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© HS für Bildende Künste Dresden
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Seit 1996 existiert an der Hochschule für Bildende Künste Dresden der Aufbaustudiengang KunstTherapie. Ziel der KunstTherapie ist die Stärkung der jedem Menschen innewohnenden kreativen Energie, der Selbstheilungskräfte und der Selbstverantwortung. Sie verbindet die Disziplinen der Bildenden Kunst mit therapeutischen Verfahren. KunstTherapie arbeitet vorrangig mit den Ressourcen, den Quellen und Stärken der Menschen, ohne ihren Konflikten auszuweichen.

In der sächsischen Landehauptstadt sorgen 6 Universitäten und Hochschulen für Diversität. Bezahlbarer Wohnraum, interessantes Stadtteilleben und ein Kulturangebot von erstklassiger Qualität und internationaler Ausstrahlung bilden ein reizvolles Studienumfeld.

An der Hochschule für Bildende Künste Dresden studieren knapp 650 Studierende in den Studiengängen Bildende Kunst, Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut, Bühnen- und Kostümbild, Theaterausstattung sowie im Aufbaustudiengang KunstTherapie.

Die Lehre findet in großzügigen Ateliers, Werkstätten und Seminarräumen an drei Standorten statt. Die Gebäude auf der Brühlschen Terrasse, der Güntzstraße und der Pfotenhauerstraße wurden umfangreich saniert und Einrichtungen etabliert, die hervorragende Studienbedingungen bieten. Dazu gehören u.a. das Labortheater, ein hochmodern sowie praxisnah ausgestatteter Bühnenversuchsraum und das Oktogon, ein außergewöhnlicher Ausstellungsort für zeitgenössische künstlerische Forschung und Präsentation. 1764 als „Haupt-Kunstakademie“ gegründet, ist die Dresdner Akademie eine der ältesten Kunstakademien in Europa.

KunstTherapie als niederschwelliges Angebot hilft den Menschen, Ängste, Hoffnungen und Wünsche zu veranschaulichen und mit Hilfe der Gestaltung überraschende Lösungen zu entwickeln. Im klinischen Kontext ist kunsttherapeutische Arbeit inzwischen fester Bestandteil der Therapieangebote und speziell im soziokulturellen, interdisziplinären und interkulturellen Raum gewinnt sie zunehmend an Gewicht.

Im Zentrum der Lehre stehen die Parallelen, Differenzen und Synergien künstlerischer und therapeutischer Prozesse. Der Studiengang veranstaltet regelmäßig Tagungen und Kongresse, veröffentlicht Fachpublikationen und kooperiert auf unterschiedlichen Ebenen mit Kliniken, Bildungseinrichtungen und Museen.

Namhafte GastdozentInnen vertiefen das breite Spektrum kunsttherapeutischer Methoden von psychodynamischer bis systemischer Ausrichtung, mit interdisziplinären wie interkulturellen Ansätzen sowie der Betonung nonverbaler Aspekte. Eine Studiengruppe von ca. 20 StudentInnen gewährleistet einen sehr persönlichen Austausch innerhalb des zweijährigen Studiums.

Der Aufbaustudiengang bietet freien wie angewandten KünstlerInnen die Möglichkeit, ihre eigene künstlerische Erfahrung in den therapeutischen Prozess einzubringen und die dazu notwendigen therapeutischen Methoden zu erlernen. Künstlerinnen sind es gewöhnt, eigene Bilder zu formulieren sowie Erfahrungen von Krisen und Blockaden zu überwinden; gleichzeitig wissen sie um das Glücksgefühl, das kreativ-fordernde Arbeit schaffen kann. Die Kenntnis um seelische Zustände und psychologisch-medizinisches Wissen sind notwendige Voraussetzungen für verantwortungsvolle und achtsame therapeutische Arbeit.

Durch hohe Selbsterfahrungsanteile der Seminare werden die Selbst- und Fremdwahrnehmung differenziert geschult. Neben Grundlagen in Entwicklungspsychologie, klinischer Psychologie und Psychosomatik erhalten die Studierenden Einblick in verschiedene therapeutische Schulen und den Umgang mit unterschiedlichen Krankheitsbildern; Analysen ästhetischen Ausdrucks ergänzen die gewonnenen Erfahrungen. Sowohl studienbegleitende Praktika als auch Block- und Projektpraktika während der Semesterferien ermöglichen es ihnen, ihr methodisches Wissen direkt zu erproben. Ihre eigene kunsttherapeutische Haltung sowie die Analyse von Praxiserfahrungen sind Gegenstand der Supervision. Diese Grundlagen befähigen die KünstlerInnen, ein eigenes kunsttherapeutisches Selbstverständnis zu entwickeln.

Studieninhalte

Der Aufbaustudiengang KunstTherapie beginnt alle geraden Jahre als viersemestriges Vollzeitstudium mit ca. 30 Wochenstunden pro Semester. Die Studieninhalte sind in aufeinander aufbauende Module unterteilt.

Fachtheoretische Grundlagen

  • Entwicklungspsychologie und Persönlichkeitslehre
  • Psychologie und Entwicklung bildnerischen Gestaltens
  • Klinische Psychologie: salutogenetischer Ansatz, projektive Verfahren, therapeutische Schulen
  • Psychopathologie: Psychiatrie und Psychosomatik
  • Ethische, bildtheoretische und historische Grundlagen

Methoden der Kunsttherapie

  • Allgemeine Methodenlehre: Gestaltungsanalyse, kunsttherapeutisches Basisverhalten (Gesprächsführung, Gruppenprozesse, Übertragungsphänomene), Wirkfaktoren, Indikationen, (bildnerische) Interventionen
  • Spezifische Methodenlehre: besondere kunsttherapeutische Methoden, (formanalytisch, phänomenologisch, tiefenpsychologisch, systemisch), interdisziplinäre Therapieformen; Betonung nonverbaler Aspekte
  • Praxisfelder: spezifische Arbeitsfelder, KlientInnengruppen und Institutionen; KunstTherapie als integratives Berufsfeld, Aspekte des Berufsbildes

Künstlerischer Schwerpunkt

  • Vergleiche künstlerischer und therapeutischer Prozesse
  • Vertiefung des eigenen künstlerisch-therapeutischen Standpunktes
  • Kunst im sozialen und wissenschaftlichen Kontext
  • Ausstellungswesen, themenorientierte Präsentation

Forschung und Praxis der KunstTherapie

  • Kunsttherapeutische Forschungsansätze und wissenschaftliches Arbeiten
  • Praxis- und Falldokumentation
  • Supervision: Fachsupervision und Coaching
  • Praktika: studienbegleitend, im Block, Projektarbeit

Diplomarbeit:

  • Selbstständige wissenschaftliche Bearbeitung eines kunsttherapeutisch relevanten Themas

Voraussetzung für das Studium ist der Abschluss eines freien oder angewandten Kunsthochschulstudiums. In Ausnahmefällen kann bei nachgewiesener künstlerischer Kompetenz auch ein anderer Hochschulabschluss anerkannt werden. Das Aufnahmeverfahren erfordert zudem das Bestehen einer Eignungsprüfung.

Infos zur Bewerbung

Bewerbung zur Zulassungsprüfung

Zunächst ist eine Mappe für die Teilnahme an der Zulassungsprüfung einzureichen: Bewerbungszeitraum:  bis 15. April eines geraden Jahres

1. Die Mappe

Die Mappe enthält eigene bildnerischen Arbeiten, eventuell zusätzlich Katalog oder Skizzenbuch.

2. Die Bewerbungsunterlagen

Zusätzlich müssen - getrennt von der Mappe - postalisch die Bewerbungsunterlagen an die Hochschuladresse geschickt oder persönlich abgegeben werden.

3. Vorauswahl

Nach einer Vorauswahl auf der Grundlage der eingereichten Bewerbungsmappen findet eine zwei- bis dreitägige Zulassungsprüfung statt.

4.  Zulassungsprüfung

Die Zulassungsprüfung setzt sich aus zwei Veranstaltungen zusammen: einem eintägigen Workshop in der Gruppe mit kunsttherapeutischen Inhalten und einem Motivations- und Abschlussgespräch mit den einzelnen Bewerbern.

Die Zulassungsprüfung kann zweimal wiederholt werden; sie verliert bei Nichtantreten des Studiums ihre Gültigkeit. Das Ergebnis der Zulassungsprüfung wird den Bewerbern innerhalb der folgenden vier Wochen schriftlich mitgeteilt.

5. Zulassung

Nachweis eines künstlerischen Hochschulstudiums, in Ausnahmefällen eines anderen Hochschulstudiums mit nachgewiesener künstlerischer Kompetenz

Nachweis einer 3 – 6wöchigen Hospitation in einem kunsttherapeutischen oder verwandten Bereich.

Nachweis der erfolgreich bestandenen Zulassungsprüfung des Aufbaustudienganges KunstTherapie

Die Aufnahme zum Studium erfolgt alle geraden Jahre und erfolgt auf Probe. Die Probezeit beträgt sechs Monate.

Kontakt

Hochschule für Bildende Künste Dresden
Güntzstraße 34
01307 Dresden

Informationen zur Anmeldung für das Bewerbungsverfahren zum Studium erhalten Sie im Bereich Studienangelegenheiten bei Frau Hintelmann unter 0351 / 4402 141 bzw. Frau Dethloff unter 0351 / 4402 140.

Fachstudienberatung

Prof. Doris Titze
Güntzstraße 34
Raum 128
Tel. 0351.4402–2272
titze@no-spamserv1.hfbk-dresden.de

Weitere Informationen zum Studiengang finden Sie auf der Webseite der Hochschule.
Zur Webseite >

 

 

 

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