
"Fachchinesisch" ist gefragt! Der asiatische Kulturraum rückt immer mehr ins Visier der Wirtschaft. Eine erfolgreiche kulturübergreifende Kommunikation und Zusammenarbeit ist nur möglich, wenn man weiß, worauf es ankommt.
Das Fachwissen "exotischer" Studiengänge und deren Anwendbarkeit ist lange unterschätzt worden. Mittlerweile hat sich in dieser Hinsicht einiges getan: Vor kurzem suchten Institute, die den Dialog mit der arabischen Welt fördern, dringend gut ausgebildete Islamwissenschaftler. Sogar als Spezialisten, die eine beratende Tätigkeit im Rahmen der Terrorismusbekämpfung einnehmen sollten, wurden ihnen gute Berufsaussichten prognostiziert.
Im Bereich der Asienwissenschaften vollzieht sich gerade ähnliches. Da sich der asiatische Raum immer mehr zum Handelspartner Nr. 1 entwickelt, besteht bei vielen Unternehmen ein erhöhtes Interesse, Vermittler mit kulturspezifischem Know-how und fundierten Sprachkenntnissen an Schlüsselpositionen einzusetzen. Denn: Je positiver die Kommunikation verläuft, desto gewinnbringender ist natürlich auch die Geschäftsbeziehung.
Herausforderung Sprachkenntnisse
Die Besonderheit einer Ausbildung in den Asienwissenschaften liegt in der Aneignung einer ostasiatischen Gegenwartssprache - meistens Japanisch oder Chinesisch. An der FH Zwickau kann sogar ausschließlich Wirtschaftschinesisch studiert werden.
Zusätzlich zur Sprachausbildung werden Veranstaltungen, die regionalspezifisches Wissen vermitteln, angeboten. Je nach Hochschule werden auch Bereiche der Mongolistik, der Tibetologie, der Indologie oder der Koreanistik abgedeckt. Ergänzt wird der Lehrplan durch Kurse in den systematischen Bezugswissenschaften - Wirtschaftswissenschaft, Geographie oder Sozialwissenschaften - sowie einem obligatorischen Auslandssemester vor Ort mit weiterführender Sprachausbildung und Praktikum.
Bei Studierenden sollte von Anfang an ein starkes Interesse an der Region vorhanden sein. Denn auch wenn das Sprechen für Anfänger leicht zu lernen ist, stellt das Einüben und Memorieren von Schriftzeichen einen kraftraubenden und zeitaufwendigen Prozess dar.
Spezialisten ohne festen Rahmen
Wer ein vertieftes Verstehen asiatischer Kulturerscheinungen mitbringt und sich an der richtigen Stelle bewirbt, auf den wartet ein zukunftsträchtiges Arbeitsfeld. Allgemein kann man sagen, dass alle Unternehmen, die auf den Markt Asien zusteuern, einen Bedarf an Fachkräften mit Kenntnissen über asiatische Kommunikationsprozesse haben.
Aber auch bei internationalen Organisationen und in der Politikberatung sind schon Absolventen der Asienwissenschaften untergekommen. Ein streng abgegrenztes Berufsbild existiert nicht und es wird auch nicht daran gearbeitet, da das breite Spektrum der Einsatzmöglichkeiten viel Platz für einen individuellen Weg lässt. Wichtig ist es, sich bereits während des Studiums der gewünschten Branche durch Praktika zu nähern.
Wo kann man Asienwissenschaften studieren? >
Ulrike Hartmann
hartmann@studieren.de