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Buchbesprechung

Eco, Umberto
Wie man eine wissenschaftliche Abschlussarbeit schreibt
Doktor-, Diplom- und Magisterarbeit in den Geistes- und Sozialwissenschaften
13. Auflage, 2010
UTB/facultas wuv Wien
ISBN: 978-3-8252-1512-5
287 Seiten, EUR 15,90

Wie man eine wissenschaftliche Abschlussarbeit schreibt

Ein absoluter Klassiker! Als Wegweiser an der anonymen Massenuniversität gedacht, zeigt Umberto Eco mit seinem Buch auf, wie selbst ziellose Studierende ihr Studium doch noch abschließen können. Aus der richtigen Perspektive betrachtet, kann wissenschaftliches Arbeiten ein "Abenteuer" darstellen.

"Wissenschaftliche Abschlussarbeit und Spaß?", dass sich diese beiden Begriffe nicht ausschließen, weiß Umberto Eco - Autor der Name der Rose und Universitätsprofessor für Semiotik. Ende der siebziger Jahre stellte er in seiner Anleitung zum wissenschaftlichen Arbeiten Grundsätze und Faustregeln auf, mit deren Hilfe die großen Fallen der Disziplin vermieden werden könnten. Eco blickte zu diesem Zeitpunkt bereits auf eine jahrelange Erfahrung im Umgang mit Studenten zurück und wollte einfach nicht immer wieder dasselbe sagen müssen.

Dass das Buch nach wie vor weiterhelfen kann, dafür spricht die 13. Auflage, in der es mittlerweile erschienen ist. Denn selbst wenn sich die Hochschullandschaft mit den Jahren verändert hat und die neuen Technologien die Recherche und Arbeitsmöglichkeiten deutlich vereinfacht haben, so beschreibt Eco doch zeitlos wie Wissenschaft funktioniert.

Knackpunkte im Visier

Beispielhaft erörtert er die wichtigen Fragen, welche die Grundlage des Projekts Abschlussarbeit bilden: Wie sucht man sich ein Thema? Wie teilt man sich die Zeit ein? Wie geht man bei der Literatursuche vor? Wie wertet man das gefundene Material aus?

Besonders seine Ausführungen zur Themenfindung bringen Licht in das, was eine Abschlussarbeit sein kann und sein muss. Ein qualitativ hochwertiges Werk entsteht vor allem dann, wenn Studierende ihre Grenzen respektieren und dennoch eigenen Interessen folgen. In seinen Ausführungen nimmt Eco immer wieder die Position des Studenten ein und schreckt auf diese Weise auch vor brisanten Themen - z. B. wie man es vermeidet, vom Doktorvater ausgenutzt zu werden - nicht zurück.

Ein Übersetzungsschritt wird vom Leser allerdings gefordert: Die italienischen Verhältnisse sind nämlich nicht eins zu eins auf die deutsche Hochschullandschaft übertragbar. Außerdem darf nie vergessen werden, dass Eco aus den Geisteswissenschaften kommt, weshalb jeder aus einer anderen Richtung die Aussagen auf sein eigenes Fach übertragen muss. Das gilt besonders für die Beispiele zum Zitieren.

Die Einstellung ist ausschlaggebend

Dennoch handelt das Buch, laut Eco selbst, nicht so sehr vom Inhalt als von der seelischen Verfassung mit der man sich an die Arbeit machen müsse. Und die transportiert er überzeugend, da seine schriftstellerischen Fähigkeiten logischerweise in das Buch miteingeflossen sind. Man glaubt es kaum, aber oft genug muss man laut auflachen, denn seine Bespiele sind äußerst amüsant gewählt - und das will etwas heißen bei einer Anleitung zum wissenschaftlichen Arbeiten.

Dass ihm seine Arbeit selbst auch Spaß gemacht hat, merkt man besonders an einer Bemerkung in der Einleitung. Er schreibt, er freue sich über jeden Studenten, dem er durch sein Buch auf die Sprünge helfen konnte. Über jeden Studenten, der in einer modernen Massenuniversität den Anschluss verpasst hatte und dank dieses Buches wieder die Kraft gefunden hatte sein Studium doch noch zu Ende zu bringen. Ein Klassiker der Ratgeberliteratur!

 

, Redaktion
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