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Buchbesprechung


Patrick Ruthven-Murray:
Erfolgreich zum Medizinstudium
2. überarbeitete und erweiterte Auflage
hogrefe Verlag
Göttingen 2017
ISBN 978-3-8017-2793-2
191 Seiten, 19,95 Euro

Patrick Ruthven-Murray: Erfolgreich zum Medizinstudium

Etwas Sinnvolles tun, mit Menschen arbeiten, Schmerzen lindern: Medizin ist für viele Abiturienten ein Traumberuf. Doch auf dem Weg zum Studienplatz gibt es hohe Hürden. Wer keinen Abi-Schnitt von 1,0 vorweisen kann, muss sich auf jahrelange Wartezeiten einstellen.

Die aktuelle Höchstdauer für einen Studienplatz in Humanmedizin liegt bei 14 Semestern. Das ist bitter, denn das bedeutet, dass die Wartezeit mittlerweile länger beträgt, als das Studium dauert. Gezählt wird die Zeit nach dem Abi, in der man nicht an einer deutschen Hochschule immatrikuliert war. Ungefähr jeder fünfte Studienplatz wird im Fach Humanmedizin über Wartesemester vergeben. Ein weiteres Fünftel wird anhand der Abiturnote ausgewählt. Die übrigen 60 Prozent der Erstsemester haben hochschuleigene Auswahlverfahren durchlaufen.

Was kann ich machen, wenn ich keine Überfliegernoten vorweisen kann? Das Thema ist so komplex, dass der Autor ein ganzes Buch darüber geschrieben hat. Der Leitfaden hilft Interessierten, ihre Lage richtig einzuschätzen. Außerdem zeigt er Möglichkeiten auf, wie es doch klappen kann mit dem Studiengang.

  • Quereinstieg ins Medizinstudium: Für einen Quereinstieg ist es erforderlich, dass Leistungen von mindestens einem Semester anerkannt und bescheinigt werden. Infrage kommen hierfür andere Fächer, deren naturwissenschaftliche Grundlagen auch in der Medizin eine Rolle spielen. Nachteil: Dieser Weg ist mit Risiken behaftet, niemals sicher und eignet sich nur für Organisationstalente!
      
  • Bundeswehr: Die Universität der Bundeswehr hat ein eigenes Kontingent an Studienplätzen für Medizin. Das sind deutschlandweit 2,2 Prozent. Der Zugang wird über ein Eignungsfeststellungsverfahren für Offiziersanwärter reguliert. Nachteil: Man muss sich 17 Jahre lang verpflichten. Allerdings erhält man in dieser Zeit auch ein Gehalt.
     
  • Auslandsstudium: Auch im Ausland ist ein Medizinstudium möglich. Beliebt sind vor allem Österreich und Ungarn, da es dort deutschsprachige Medizinstudiengänge gibt. Zudem bieten viele Universitäten Studiengänge auf Englisch an, zum Beispiel in osteuropäischen Ländern wie Tschechien, Polen und Lettland. Wer innerhalb der Europäischen Union Medizin studiert, dessen Abschluss wird in Deutschland laut Bundesärztekammer aufgrund der Berufsanerkennungsrichtlinie im Prinzip automatisch anerkannt. Nachteil: Es fallen Studiengebühren an.
       
  • Private Universität: Als Alternative zu einem Studium an einer staatlichen Hochschule bieten sich private Medical Schools an – auch wenn hier für das Studium Studiengebühren anfallen. Gemessen an dem Gehalt, das ein Arzt später bekommen wird, lohnt sich die Investition durchaus. Für die Bewerbung ist ein Lebenslauf, ein Motivationsschreiben und ein Auswahlgespräch erforderlich. Nachteil: Neben den Kosten ist auch hier die Konkurrenz an Bewerbern nicht ohne.
      
  • Die Studienplatzklage: Wer sich auf einen Studienplatz einklagt, kann entweder gegen die Vergabeverfahren vorgehen oder auf die "außerkapazitären Studienplätze" setzen. Nachteil: Ein Anwalt muss eingeschaltet werden und dafür fallen Kosten an. Ist das Verfahren gewonnen, hat man den Studienplatz allerdings noch nicht sicher. Normalerweise wird gelost, wenn es mehr Kläger als freie Plätze an den Unis gibt.
      
  • Losverfahren: Gelost wird auch nach Abschluss des Hauptauswahlverfahrens an deutschen Universitäten. Die Note ist dann vollkommen irrelevant. Wer teilnehmen will, muss sich direkt bei den Hochschulen dafür einschreiben.

studieren.de Wertung

Wer sich für das Fach Medizin interessiert, hat viele Punkte die der Autor aufnimmt sicherlich bereits vom Hörensagen mitbekommen. Nach der Lektüre des Buchs ist klar, wie es sich wirklich verhält. Für die klar umrissene Zielgruppe "Studieninteressierte Humanmedizin" ist das eine wertvolle Basisinformation.

, Redaktion
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