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Studienabbruch - es gibt ein Leben danach

Die Eltern schlagen die Hände über dem Kopf zusammen und man selbst verbringt schlaflose Nächte, da das schlechte Gewissen am Nervenkostüm nagt. Ein Studienabbruch ist immer noch kein Gütesiegel, doch Ex-Studenten befinden sich in guter Gesellschaft.

"Ich habe einfach zu spät gemerkt, dass mir die juristische Denkweise nicht entspricht. Mit Fleiß kommt man da nicht weiter." Das im zweiten Anlauf verpatzte Examen ist mittlerweile drei Jahre her. Sabine R. (29) hat sich umorientiert und arbeitet heute in einer PR-Agentur in München. Nach einem Praktikum ergatterte sie die Volontärstelle und wurde schließlich übernommen. Als die erste Schockphase überwunden war, stellte sich Erleichterung ein: "Im nachhinein habe ich gemerkt, dass ich damals nur meinen Eltern einen Gefallen tun wollte."

Ob mangelnde Befähigung, finanzielle Motive, Wandel der Tätigkeitsprioritäten, persönliche Probleme, fehlende Studienleistungen, mangelnde Motivation, eine Studie der Hochschul-Informations-System GmbH aus dem Jahre 2003 kennt sehr unterschiedliche Motive für einen Studienabbruch. Bisher ist leider wenig erforscht, wie der Weg der Ehemaligen weiter verläuft.

Studienabbruch und Karriere

Der Unispiegel hat kürzlich in der "Woche der Abbrecher" Prominenten auf den Zahn gefühlt. Das Fazit war eindeutig: Das Bild von den verkrachten Existenzen stimmt nicht mehr, große Karrieren und Studienabbruch schließen sich nicht aus. Bill Gates, Mick Jagger, Brad Pitt und Gwyneth Paltrow sind nur einige berühmte Namen in der Riege der Manager und Medienmenschen, die sich lieber für die Praxis entschieden haben.

Als "Otto-Normalverbraucher" sollte man vor einer gewissen Problematik allerdings nicht die Augen verschließen, auch wenn ein fließender Übergang ins Arbeitsleben keine Seltenheit ist.

Alles eine Sache der Definition

Philipp M. (31) studierte Elektrotechnik in Stuttgart. Aus dem Nebenjob bei einer Telekommunikationsfirma wurde mehr und als ihm auch ohne Abschluss eine Festanstellung angeboten wurde, griff er zu. Eine Auszeit vom Job für die Diplomarbeit war bei seiner Anstellung als Entwickler erst mal nicht drin.

Die Realität des Studienabbruchs stellte sich ihm erst, als er über einen Jobwechsel nachdachte und in den Anforderungsprofilen der Stellenanzeigen durchweg ein abgeschlossenes Studium gefordert wurde. "Gerade bei großen Firmen wird streng ausgesiebt, so war zumindest mein Eindruck. Es hat ein bisschen gebraucht, bis ich gelernt habe, meine Praxiserfahrung im richtigen Licht zu präsentieren."

Wer überzeugend klar machen kann, dass es sich beim Studienabbruch nicht um eine leichtfertige Entscheidung, sondern um eine wohl bedachte Kurskorrektur gehandelt hat, geht mit ganz anderen Voraussetzungen in ein Bewerbungsgespräch. Auch bei Philipp M. hat es schließlich geklappt, momentan plant er allerdings den Abschluss mittels eines berufsbegleitenden Fernstudiums nachzuholen.

, Redaktion
hartmann@no-spamstudieren.de

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