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Buchbesprechung

Lena Greiner, Friederike Ott:
Simulieren geht über Studieren
Akademisch für Anfänger
Rowohlt Verlag GmbH
Reinbek bei Hamburg
ISBN 978 3 499 62280 9
191 Seiten, EUR 9,99

Simulieren geht über Studieren

Keine Angst vor Fachjargon, Fremdwörtern und unverständlichen Phrasen! Der wissenschaftliche Sprachstil ist für Zuhörer und Leser eine Herausforderung. Das stimmt; und doch trügt der Schein in vielen Fällen. Der Inhalt kann mit der aufgeblasenen Ausdrucksweise nämlich meistens nicht mithalten.

Angesprochen sind alle, die schon einmal vor einem Reader saßen und - trotz aller guten Vorsätze - bereits beim ersten Artikel abgeschweift sind. Vor allem in den Geistes- und Sozialwissenschaften ist das ein verbreitetes Phänomen, auch wenn das kein Studierender gerne zugeben will. Das "Geschwafel" einer Wissenschaftsdisziplin ist so schwierig zu erlernen wie eine Fremdsprache und so kompliziert zu verstehen wie ein Dialekt.

Die gute Nachricht: Das geht auch den Kommilitonen so.
Die weniger gute Nachricht: Jeder Student muss einen Weg finden, wie er mit der Wissenschaftssprache umgeht.

Viel Lärm um wenig Inhalt

Anhand vieler Beispiele machen die Autorinnen deutlich, was Wissenschaftssprache ist, warum sie benutzt wird und was die Absicht hinter den Worthülsen ist. Sie zeigen auf, weshalb viele Satzkonstruktionen für Nicht-Eingeweihte so irritierend wirken. Um exemplarisch vorzuführen, was hinter dem Geschwurbel steckt, "übersetzen" bekannte Autoren ausgewählte Textabschnitte. Das Ergebnis ist erschreckend: Die Kernaussage lässt sich meistens mit einem Satz beschreiben.

Verunsicherte Studenten können vor dieser Tatsache ihr Selbstbewusstsein aufbauen. Denn die schlechteste Lösung bei Nichtverstehen ist, sich dumm zu fühlen. Wenn dem Leser auch nach mehrmaligem Lesen nicht klar ist, worum es in einem Text geht, liegt das am Unvermögen des Autors und an seiner Absicht zu blenden, nicht am mangelnden Verstand des Adressaten.

Präzise, leicht verständliche Sprache ist möglich

Wer erfasst hat, wie Worthülsen funktionieren, kann sie übrigens auch selbst verwenden. Oder noch besser: Wer verstanden hat, dass Geschwafel nicht sein muss, kann am eigenen Ausdruck feilen, damit dieser treffend und leicht verständlich wird. Wie sich das eigene Schreiben optimieren lässt, erfährt der Leser nämlich ebenfalls in dem Buch. Dem Thema "Verständlich schreiben lernen" ist ein eigenes Kapitel gewidmet.

studieren.de Wertung

Das Buch ist kurzweilig geschrieben. Die Beispiele sind anschaulich aufbereitet. Wer sein Abitur mit Bravour gemeistert hat und nun doch das Gefühl hat, dass die Uni "eine Nummer zu groß" ist, findet hier Unterstützung. In Zeiten der Verunsicherung über die eigenen Fähigkeiten sind die Kommentare zu den hochtrabenden Phrasen etablierter Autoren äußerst hilfreich. Und oft genug auch Anlass für befreiendes Gelächter. Sehr empfehlenswert.

, Redaktion
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