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1997 - 2017
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© Staatl. Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
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Regelstudienzeit: 4 Semester

Kann man sich unsere Welt ohne Fotografien, Videos oder digitale Schriftaufzeichnungen vorstellen? Was wäre, wenn künftige Historikerinnen und Historiker unsere Kultur und Geschichte ohne diese Medien rekonstruieren müssten? Dieses Szenario ist wahrscheinlicher, als es viele wahrhaben mögen, denn die modernen technischen Bilder und Daten sind akut gefährdet – die jüngsten am meisten. Die Vielfalt der technischen Träger ruft nach einer entsprechend vielseitigen Ausbildung für die Strategien ihrer Erhaltung, aber auch ihrer Migration. Bibliotheken, öffentliche und private Archive, Firmenarchive, Gedächtnisinstitutionen aller Art, historische Museen und Kunstmuseen bis hin zum kleinen Ortsmuseum, aber auch Theater, Oper und Konzertveranstalter, schließlich Bildungseinrichtungen: all diese haben Fotografien auf Papier, Glasnegative, Filme, Tonbänder, Audio- und Videokassetten, Disketten und andere digitale Träger, die sie bereits nicht mehr lesen können, oder von denen sie gar nicht so genau wissen, um welche Medien es sich überhaupt handelt. Darüber hinaus ist das Personal nicht für den Umgang mit diesen Medien ausgebildet. Genau an dieser Stelle setzt der Studiengang KNMDI an.

Seit 2006 gibt es das europaweit einzigartige Aufbaustudium für die Konservierung Neuer Medien und Digitaler Information mit einem weitgehend offenen Eingangsprofil. Dies erfordert im ersten Jahr eine hohe Dichte an Informationsvermittlung, damit die Studierenden die gemeinsamen Grundlagen erhalten, die sie im zweiten Jahr, in dem der Schwerpunkt auf der Praxis liegt, benötigen.

In Theorie aber auch im »hands on« werden die Möglichkeiten des langfristigen Erhalts von analogen und digitalen Fotografien, Audio- und Videoaufzeichnungen sowie digitalem Archivgut vermittelt. Den »born digital-Objekten« vom klassischen HTML bis zu den Social Media kommt ein wachsendes Augenmerk zu. Den Studiengang KNMDI prägen nicht nur technische Aspekte im engeren Sinn, da dieser auch der kulturhistorischen Seite der Medien einen angemessenen Platz einräumt. Die Gegenstände der Erhaltung sind nicht nur Informationsträger, die nach erfolgter Kopie entsorgt werden können. Sie sind grundsätzlich Kulturgüter, besonders dann wenn diese nicht mehr gebraucht werden. Das Studium schärft den Blick für diese schleichenden Veränderungen, deren letzte erst gerade vollbracht ist: der Übergang vom Filmstreifen zur digitalen Projektion im Kino. Wenn es bei den analogen Trägern noch darum geht, sie zu identifizieren und den richtigen Workflow für die Digitalisierung zu bestimmen, so werden wir bei den digitalen Medien mehr und mehr mit ihrer eigenen Geschichtlichkeit konfrontiert. Die digitalen Daten sind also nicht nur Ziel der Erhaltungsmaßnahmen von ehemals analogen Medien, sondern werden selbst zum  Gegenstand der Konservierung. Längst hat die Medienarchäologie auch die digitalen Medien erreicht.

Durch das Vernetzen von in der Akademie und in ihrem Umfeld bereits vorhandenen Ressourcen, durch Lehrangebote in- und ausländischer Experten sowie durch Kooperationen mit führenden Forschungseinrichtungen entsteht an der Akademie ein internationaler Wissenspool. In diesem Umfeld werden den künftigen »Preservation Managern« nicht nur vor Ort technologische und theoretische Einsichten vermittelt, sondern sie bereiten sich auch in praxisorientierten Projekten auf ihr anspruchsvolles Betätigungsfeld vor. Bereits im Studium wird so Interdisziplinarität, Internationalität und Kommunikationsfähigkeit mit Spezialisten praktiziert. Da es wenig vergleichbare Ausbildungen in diesem Feld gibt, sind die Berufsaussichten gut.

Die Ausbildung ist in fünf Module aufgegliedert, die zeitlich nebeneinander vermittelt werden:

Konservierung allgemein, Fotografie, Audiovisuelle Medien, Digitale Information und Begleitwissenschaften. Die Module bestehen aus einzelnen Kursen in Form von Vorlesungen, Seminaren oder Übungen.  Eine umfangreiche Studiensammlung von analogen und digitalen Mediengeräten steht für die praktische Arbeit zur Verfügung. Fotonegative, Wachszylinder, Schallplatte, Magnetband, Laseroptische Medien und Disketten aller Art bleiben bei uns lesbar.

Die theoretischen Inhalte des ersten und zweiten Semesters werden von Beginn an in individuellen oder gemeinschaftlichen Studienprojekten auf Anwendungsfälle aus der Praxis übertragen. Im dritten Semester folgen zwei jeweils fünfwöchige Konservierungsprojekte, das vierte Semester dient ausschließlich der Erstellung der Masterarbeit. Eine anschließende Promotion ist möglich.

Bewerbung, Termine, Kontakt

Allgemeine Informationen

  • Der Bewerbungsschluss liegt jährlich Mitte Juni für den Studienbeginn im Oktober.  Den genauen Bewerbungstermin finden Sie auf der Webseite der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste unter Bewerbung >
  • Als Kunsthochschule hat die Akademie keinen Numerus Clausus (NC), kein Losverfahren und keine Warteliste.
  • Eine Bewerbung zur Aufnahme muss direkt an das Studentensekretariat der Akademie gerichtet werden (nicht über die Stiftung für Hochschulzulassung [SfH], ehemals Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen [ZVS]).
  • Ansprechpartner finden Sie auf unserer Homepage >

Die Zulassung zum Studium erfolgt über

  • den Nachweis eines abgeschlossenen BA-Studiums in Archiv- und Bibliothekswesen, Informatik, Ingenieurswesen, Fotografie, Kunstwissenschaft. Medienwissenschaft, Mediengestaltung, Design, Kunst oder vergleichbaren Gebieten auf Anfrage.
  • Ein Eignungsgespräch, in dem auch die notwendigen Deutsch- bzw. Englischkenntnisse festgestellt werden.

Die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bietet ein Onlineverfahren für Bewerbungen an. Bitte nehmen Sie mit uns direkt Kontakt auf, wenn es dabei zu Problemen kommen sollte.

Bewerbungscheckliste

Für eine Bewerbung benötigen Sie folgende Bewerbungsunterlagen, die Sie gemeinsam im Studentensekretariat der Akademie einreichen:

  • Ausgefüllte und unterschriebene Ausdrucke des Bewerbungsformulars mit Motivationsschreiben
  • Passbild (bitte auf Seite 1 des ausgedruckten PDF-Dokuments aufkleben)
  • Das Abschlusszeugnis des BA-Studiums/Diplom-Studiums oder gleichwertig
  • Lebenslauf

Weitere Informationen zu den Bewerbungsmodalitäten finden Sie auf der Homepage der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart unter Bewerbung > Bewerbungsmodalitäten. 

Hinweise für ausländische Bewerber/innen

Ausländische Studienbewerber/innen müssen ihre beglaubigten Zeugnis-Dokumente mindestens vier Wochen vor dem Bewerbungsschluss der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Am Weißenhof 1, 70191 Stuttgart, vorlegen. Dem Originalzeugnis ist unbedingt eine beglaubigte deutsche Übersetzung beizufügen. Erst nach Erhalt einer schriftlichen Bestätigung ist die Bewerbung an der Akademie möglich.

Bewerber/innen, die nicht Deutsche im Sinne des Artikels 116 des Grundgesetzes sind, müssen zusätzlich den Nachweis über ausreichende deutsche Sprachkenntnisse erbringen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart unter Bewerbung > Ausländische Bewerber/innen und Studium > studieren an der Akademie > Gasthörer/innen / Visiting Students.

Kontakt / Beratung

Allgemeine Anfragen zum Studium sowie Bewerbungsunterlagen richten Sie bitte an:

Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
Studentensekretariat
Am Weißenhof 1
D-70191 Stuttgart
Telefon: +49.[0]711.28440-0
Telefax: +49.[0]711.28440-225
E-Mail: studieren@abk-stuttgart.de

Weitere Informationen erhalten Sie direkt auf der Webseite zum Studiengang.
Zur Webseite >

 

 

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