Merkzettel 00 Studiengänge 00 Studienorte Zettel ansehen
1997 - 2016
studieren.de
© xStudy SE
Buchbesprechung

Daniel Glattauer
Gut gegen Nordwind
Goldmann Verlag
Oktober 2008
ISBN: 978-3442465866
224 Seiten, 7,95 EUR

Gut gegen Nordwind

Sie verstehen, sie brauchen und sie lieben (!) sich. Aber sie kennen sich nicht! Der ideale Partner/die ideale Partnerin für Emmi und Leo ist in der Mailbox und nicht in der Realität zu treffen. Sie sind die Stimme der Phantasie des anderen. Kann das gut gehen?

Und die Geschichte geht so: Leo bekommt eines Tages eine Mail von Emmi, in der sie bei ihm ein Abo abbestellen will. Sie hat sich vertippt und seine E-Mail-Adresse unterscheidet sich nur durch einen Buchstaben von der des Verlages. Er klärt sie über ihren Fehler auf und der Grundstein der E-Mail-Beziehung ist gelegt. Ab diesem Zeitpunkt schreiben sich die beiden regelmäßig. Mit jeder Mail wird der Schriftwechsel intensiver.

"Gut gegen Nordwind" ist eine neue Gattung Buch, die erst mit dem Internet-Zeitalter möglich wurde: ein E-Mail-Roman. 

Sie vertrauen sich gegenseitig ihre Sehnsüchte an, sie provozieren sich, sie flirten, sind eifersüchtig, machen Witze und verabreden sich zum Weintrinken vor dem PC. Die Mails des Anderen werden mit jedem Tag wichtiger (Emmi: "Zu meinem Glück gehören E-Mails von Leo"). Für beide ist es eine Art "Außenwelt", in der die Gesetze des Alltags nicht gelten und in der sie ihr wahres Selbst ohne Maske präsentieren können.

Und irgendwann können sie nicht mehr ohne eine Nachricht des Anderen

Der nächste Schritt würde eigentlich auf der Hand liegen: Ein Treffen, um festzustellen, ob die Beziehung auch in der Realität bestehen könnte. Das Problem ist allerdings, dass beide gerade nicht offen sind für eine Beziehung. Emmi ist glücklich verheiratet und Leo bastelt gerade nach einer gescheiterten Beziehung die Trümmer seiner selbst wieder zusammen. Außerdem schrecken beide davor zurück, da sie sich des Risikos bewusst sind, das ein persönliches Kennenlernen mit sich bringt; wenn die Illusion platzt, ist es vorbei mit der elektronischen Post. Und ohne die können beide nicht mehr!

Wird es zum Treffen kommen? Und was wird dann passieren?

Leo: "Ich werde der sein, der ich bin. Und sie werden mich so sehen, wie ich bin. Sie werden mich zumindest so sehen, wie sie glauben, dass ich bin. Oder so sehen, wie sie wollen, dass sie glauben, dass ich bin."

Mehr sei nicht gesagt. Das Ende ist offen…

studieren.de Fazit

Der Roman besteht ausschließlich aus E-Mails, das heißt der Leser erfährt über die beiden Hauptfiguren nur, was sie über sich selbst schreiben. Und das funktioniert. Die Faszination für beide nimmt mit jeder E-Mail zu. Die Dialoge sind klug, mitreißend und machen Lust auf mehr. Das Buch wird nie langweilig, im Gegenteil, es entwickelt so einen Sog, dass man es nicht mehr aus der Hand legen kann. Wie schön, dass Daniel Glattauer gerade an einer Romanfortsetzung schreibt.

 

, Redaktion
hartmann@no-spamstudieren.de

Suchmaschine als App


studieren.de App

Finde mit der studieren.de App alle Studienangebote an allen Hochschulen und informiere Dich noch detaillierter anhand von 3.700 Studienprofilen über Studieninhalte und Berufsbilder.

Apple App Store Google Play Store

studieren.de Infobox