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Friedensforschung

Die Erkenntnisse der Friedensforschung sind in ihrer Anwendung nicht auf die internationale Bühne beschränkt: Wer sich zum Streitschlichter berufen fühlt, der kann sein Wissen in vielen Bereichen anwenden.

Mit dem Ende des "Kalten Krieges" waren die Hoffnungen verbunden, eine friedliche Epoche der Weltgeschichte erleben zu können. Aber wie so oft kam es anders, als erwartet. Anstatt einfach von der Bildfläche zu verschwinden, machten nationale Konflikte innerstaatlichen Unruhen und Bürgerkriegen Platz - die jeweiligen Konfliktpotenziale waren durch die nationalen Gewalten nur unterdrückt worden. Auch die Verelendung großer Teile der Welt und der Terrorismus tragen ihren Teil dazu bei, dass die Themen der Friedensforschung seit Jahren immer komplexer werden.

Themen mit globaler Bedeutung

In der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Frieden werden Themenbereiche angesprochen, die eine globale Bedeutung aufweisen. Menschenrechte, fairer Handel, Sicherheitspolitik, Ökologie und Umweltschutz sind Schlagworte, die in der Friedensforschung eine Rolle spielen. Vor der Entwicklung von Lösungen steht die Analyse von Ursachen, Akteuren und dem Verlauf von Konflikten. Nur wenn klar ist, was zur Eskalation geführt hat, können Strategien zu Prävention erarbeitet werden. Die Außenpolitik ausgewählter Länder ist dabei ebenso Gegenstand der Lehrveranstaltungen wie Fragen der Ethik in internationalen Beziehungen.

Die universitäre Ausbildung wird in Form von Masterstudiengängen realisiert. Angesprochen sind Sozialwissenschaftler, insbesondere Politikwissenschaftler, mit einem hohen Interesse an friedenswissenschaftlichen Themen. In der Regel definiert das Erststudium das Tätigkeitsfeld, dem mittels eines Masterstudienganges der letzte Schliff gegeben wird. Dementsprechend sind die Einsatzfelder für Friedensforscher und -pädagogen sehr breit gefächert.

Auch im Alltag gefragt

Nicht nur in internationalen Organisationen und der Politikberatung, sondern auch im Bereich der alltäglichen Konflikte ist das Wissen der Friedensforschung gefragt. So heißt zum Beispiel ein Projekt der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung: "Demokratie leben lernen". Gerade die Gebiete Schule, Erziehung und Medien sind Felder, in denen die wissenschaftlichen Erkenntnisse durch Friedenspädagogen umgesetzt werden können. Wenn bereits die nachwachsende Generation mit demokratischen Strategien vertraut ist, lassen sich auch Interessenskonflikte zwischen Erwachsenen und Jugendlichen für alle Beteiligten zufriedenstellender lösen.

Dass die Friedensforschung im Interesse aller ein Arbeitsfeld mit Bedeutung für die Zukunft ist, dafür gibt es viele Ansatzpunkte. Der Bedarf ist groß, leider scheitert der Einsatz von "Streitschlichten" oftmals an knappen finanziellen Ressourcen oder an einer zu einseitigen Interessenslage in den Lagern der Konfliktparteien.

Wo kann man Friedensforschung studieren? >