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Buchbesprechung

 

Joachim Bauer:
Arbeit. Warum sie uns glücklich oder krank macht
Originalverlag: Blessing
Verlag: Heyne
Erscheinungstermin: 12.1.15
ISBN: 978-3-453-60354-7
272 Seiten, 9,99 EUR

Arbeit. Warum sie uns glücklich oder krank macht

Gute Arbeit kann einen guten Beitrag zu einem guten Leben leisten! Die Gründe für diese Aussage sind in der Neuromedizin und der Psychologie zu finden. Ist die Arbeit menschengerecht organisiert, entfaltet sie schnell ihren förderlichen Beitrag zum menschlichen Leben. Ist dies nicht der Fall, zeigt sie ihr zweites Gesicht.

Die Arbeit ist keine Erfindung der Neuzeit. Seit jeher betätigt sich der Mensch, um sein Überleben zu sichern. Dass die Arbeit nicht nur ein notwendiges Übel, sondern in einer förderliche Umgebung eine Quelle für Kreativität und Tatendrang sein kann, ist der Anlass für dieses Buch: Der Neuromediziner Joachim Bauer analysiert die moderne Arbeitswelt und erklärt, wie die menschliche Biologie auf die Arbeit einwirkt.

Dafür wird das Thema Arbeit aus vielen verschiedenen Richtungen beleuchtet. Wie hat sich die Arbeit in den letzten zwei Jahrhunderten verändert? Bestehende Strukturen wurden im Laufe der Zeit immer mehr aufgeweicht und seit den 80erJahren ist die Instabilität sogar ein Merkmal von modernen Arbeitssituationen. Im Zusammenspiel mit der Neurologie wird sehr schnell klar, warum atypische / prekäre Beschäftigungs-verhältnisse Stress verursachen.

Es könnte so schön sein

Herausfordernde Aufgaben, die gut bewältigt werden können, machen Spaß, da sie das Motivationszentrum des Menschen ansprechen. Durch die Arbeit erhalten wir etwas Überlebenswichtiges: soziale Teilhabe, Wertschätzung, Anerkennung, persönliche Identität und Sinnstiftung. Das Glücksszenario wird eindrücklich beschrieben – abgeleitet von den neurologischen Grundlagen des Menschen. Was kommt ihm entgegen und unterstützt ihn?

Doch die Arbeit hat eine Doppelnatur - Glückspotenzial und Zerstörungspotenzial liegen nahe beieinander. Aus dem Kontext der Arbeit können sich auch vielen Schwierigkeiten ergeben. Nämlich dann, wenn die Arbeitsbedingungen nicht das liefern, was der Mensch braucht. Arbeitslosigkeit kann für Menschen, die gerne arbeiten wurden, eine besonders üble Form der Ausgrenzung sein. Und sogar, wenn oberflächlich alles gut wirkt, kann es dennoch unterschwellig brodeln: Dienst nach Vorschrift ist verdeckte Aggression.

Fazit: Keine Arbeit ist keine Lösung für Probleme im Job. Die Politik ist aufgefordert, durchzugreifen und diejenigen, die andere in unmenschliche Arbeitsbedingungen zwingen, in die Schranken zu weisen.

studieren.de Wertung

Der Autor hat ein Manifest für eine humane Arbeitswelt vorgelegt. Schnell wird klar, wie Arbeit direkt mit der Menschenwürde zusammenhängt. Diese Feststellung ist grundlegend für das Verständnis des Buchs: Denn wie soll eine Person, der vermittelt wird, dass sie wertlos ist, zu der Einschätzung kommen, dass sie beruflich viel leisten kann? Wer an der Arbeitswelt verzweifelt, erfährt, wie es anders laufen kann. Arbeit betrifft uns alle, das Buch hat eine riesige Zielgruppe. Es handelt sich um wertvollen  Lesestoff für alle, die sich für „gesunde“ Arbeit und Lösungswege interessieren.

, Redaktion
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