"Strom kommt aus der Steckdose?" Leider nein, Energiegewinnung ist ein komplexes Aufgabenfeld und ein brisantes Thema für die Umweltpolitik. Bei der Verwirklichung von Nachhaltigkeit spielen erneuerbare Energieträger eine tragende Rolle.
Momentan wird elektrische Energie vor allem aus fossilen (Kohle, Erdöl und -gas) und nuklearen (Kernkraft) Quellen gewonnen. Nur etwa drei Prozent des Bedarfs erfolgt aus erneuerbaren Energieträgern wie Wasserkraft, Windenergie, Sonnenenergie und Erdwärme. Diese sind im Vergleich zu ersteren unbegrenzt auf der Erde vorhanden und verursachen bei ihrer Umwandlung keine negativen Folgen für die Umwelt.
Die Weiterentwicklung und der flächendeckende Einsatz dieser "gut verträglichen" Energieversorgung ist eine der Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Langfristiges Ziel ist die Umsetzung einer Energiepolitik, die nicht auf Kosten der kommenden Generationen geht. Um eine selbst verursachte Klimakatastrophe zu verhindern, muss eine Energiewende herbeigeführt werden. Die Leitlinie, die die Menschheit ins nächste Jahrtausend bringen soll, heißt Nachhaltiges Denken.
Regenerative Energietechniken studieren
"Mit dem alten "Öko- und Müsli-Image" hat das nichts mehr zu tun, man muss nicht in Naturschutzverbänden engagiert sein, um in diesem Bereich zu studieren. Regenerative Energietechnik ist eine wachsende und erwachsene Industrie", erklärte Professor Dr. Martin Kühn, Inhaber des Stiftungslehrstuhls "Windenergie" an der Universität Stuttgart, kürzlich dem abi Magazin.
Die Frage nach den Erneuerbaren Energiesystemen spielt in fast allen Umweltstudiengängen eine Rolle. Wer sich explizit mit der Entwicklung, der Planung und Betreibung solcher Energiesysteme beschäftigen will, findet in Berlin einen speziellen Bachelor-Studiengang. Da aber regenerative Energietechniken keine Technologien für sich sind, baut auch hier das Know-how der Experten auf den Grundlagen der Physik, Elektrotechnik und des Maschinenbaus auf.
Absichtserklärungen warten auf Umsetzung
Geeignet ist dieses Studium für Abiturienten, die sich inhaltlich mit einem zukunftsweisenden Arbeitsgebiet beschäftigen möchten und technisch begabt sind. Jobs gibt es in herstellenden Unternehmen, in Ingenieurbüros für beratende und gutachterliche Tätigkeiten und in Unternehmen unterschiedlichster Branchen, die in erneuerbare Energien investieren wollen.
Der Arbeitsmarkt in dieser jungen Branche entwickelt sich auf jeden Fall konstant: Die Zahl der Beschäftigten ist laut Umweltbundesamt in den letzten Jahren stetig gestiegen. (66.600 Beschäftigte im Jahr 1998 - 118.700 Beschäftigte im Jahr 2002 - 160.000 Beschäftigte im Jahr 2004 - 235.600 Beschäftigte im Jahr 2006)
Politische Absichtserklärungen gibt es zu genüge und es bleibt abzuwarten wie sich die Energiebranche in der Zukunft weiterentwickelt. Im Moment scheitert eine größere Nutzung von Ökostrom von Seiten der Verbraucher noch an finanziellen Hürden. Viele Abnehmer sind nicht bereit und können es sich nicht leisten, höhere Preise zu zahlen. Formal ist die eigene Wahl des Anbieters seit der Liberalisierung des Strommarktes 1999 möglich.
Wo kann man Regenerative Energiesysteme studieren? >
Ulrike Hartmann
hartmann@studieren.de