
Life Science heißt übersetzt Biowissenschaft. Ein Studiengang, der an die modernen Anforderungen einer kontrovers diskutierten Branche angepasst wurde - für Absolventen ist eine frühe Spezialisierung wichtig.
Kaum eine Wissenschaft wird kontroverser diskutiert als die modernen Biowissenschaften (Life Sciences): Dolly, das geklonte Schaf, Pränatal-Diagnostik, Stammzellentherapie und genveränderte Lebens- und Futtermittel sind Schlagworte, welche die Gemüter bewegen und viele ethische und rechtliche Fragen aufwerfen. Denn ist alles, was machbar ist, auch vertretbar?
Andererseits sind gentechnisch hergestellte Medikamente wie Insulin schon lange aus der Medizin nicht mehr weg zu denken, und das Potenzial, das die Life Science für den Umweltschutz darstellen kann, ist im Moment nur erahnbar. In Zeiten nachhaltigen Denkens kann die Entwicklung neuer Verfahren im Abbau von Schadstoffen (zum Beispiel die Abwasserreinigung mit Mikroorganismen) einen Schlüssel für die Zukunft darstellen.
Forschung, Herstellung, Auswertung - Spezialisierung ist gefragt
Früher wurden die Stellen mit Absolventen der Studiengänge Biologie, Chemie, Physik, Informatik und den Ingenieurwissenschaften besetzt. Heute fordert der Arbeitsmarkt von seinen Bewerbern eine größere Spezialisierung. Blumig wird die Reichweite der Biotechnologie-Branche mit dem "Spektrum eines Regenbogens" beschrieben: Die wichtigsten Farben sind Rot (mehr als die Hälfte der Biotech-Unternehmen sind im medizinischen Bereich angesiedelt), Grün (Landwirtschaft/Tier- und Pflanzenzucht) und Weiß/Grau (Umweltschutz).
Für den Laien ist das wahrlich ein unüberschaubares Forschungsfeld, bei dem auch noch unterschiedliche Tätigkeitsfelder differenziert werden. Je nach Ausrichtung der eigenen Interessen kann man sich in der Life Science auf die technologischen Aspekte, den molekularen Bereich oder die informationstechnische Auswertung des Datenmaterials spezialisieren.
Dementsprechend existieren auch drei unterschiedliche Varianten von Bachelorstudiengängen: Entweder steht die Entwicklung von technischen Verfahren zur Herstellung von Leben (Bioingenieurwesen), die Erforschung der Vorgänge des Lebens auf molekularer Ebene (Molecular Life Science) oder die Bioinformatik (Computational Life Science) im Vordergrund.
Karrierechancen in einem weltweiten Wachstumsmarkt
So umstritten die Branche auch ist, Life Science ist einer der größten Wachstumsmärkte weltweit. In Deutschland hat sich die Zahl der BioTech-Unternehmen in den letzten zehn Jahren vervierfacht. Obwohl der Arbeitsmarkt nach einer ersten Sättigung immer wieder stagniert, wird die Berufsperspektive für Absolventen günstig eingeschätzt.
Absolventinnen und Absolventen der Life Science-Studiengänge erwartet eine Tätigkeit in der modernen Pharma- und Pflanzenschutzindustrie, in der Lebensmittelindustrie, in der Landwirtschaft, in der Energiewirtschaft, im medizinischen Bereich und im Umweltschutz.
Wo kann man Life Science studieren? >
Ulrike Hartmann
hartmann@studieren.de