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Ein Studium bietet die besten Möglichkeiten einen Lernabschnitt ins Ausland zu verlagern. Ob mit dem Erasmusprogramm der EU oder durch Eigeninitiative, die wenigsten haben ihre Entscheidung bereut.
"In der Europäischen Union braucht es wirklich keine "Heimchen am Herd" mehr, wir müssen raus gehen", erklärte Prof. Dr. Jutta Allmendinger - Leitung des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung in Nürnberg - kürzlich in einem Interview mit dem unimagazin. Wie wichtig dieser Schritt ist, kann sich jeder bei den Personalern der größeren Unternehmen bestätigen lassen: Wenn die Auslandserfahrung keine Voraussetzung für eine Einstellung ist, so wird sie doch auf alle Fälle wohlwollend zur Kenntnis genommen. Sie ist ein Beleg für Flexibilität, Neugierde und das Vorhandensein einer interkulturellen Handlungskompetenz. In Zeiten, in denen die Welt immer mehr zusammenwächst, sollte jeder mal erlebt haben, wie es ist, ein Ausländer zu sein. Während des Studiums bieten sich tolle Möglichkeiten das Bildungserlebnis "Auslandserfahrung" anzuvisieren.
Erasmus: ein Aktionsprogramm der EU
Der für Studenten relevante Teilbereich des Aktionsprogramms der EU für grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Bildung (Sokrates) nennt sich Erasmus. Die europäisch ausgerichteten Aktivitäten der Hochschulen sollen unterstützt und die Mobilität von Dozenten und Studierenden gefördert werden. Das konkrete Austauschprogramm wird durch Kooperationen ins Leben gerufen und variiert deshalb von Hochschule zu Hochschule. Wie viele Studenten "ausgetauscht" werden können, legen individuelle Vereinbarungen zwischen den Kooperationspartnern fest. Für die studentischen Teilnehmer bedeutet die Aufnahme in ein Erasmusprogramm diverse Vergünstigungen: Neben erleichterten Zulassungsbedingungen, dem Erlass der Studiengebühren und organisatorischen Hilfestellungen existiert auch ein finanzieller Zuschuss (ca. 50 bis 200 EUR im Monat), den Erasmus-Studenten in Anspruch nehmen können.
"Ich würde es immer wieder machen", meint Mona R. und schwärmt ausgiebig von den vielen neuen Eindrücken und Bekanntschaften, die sie in den letzten sechs Monaten in Madrid gemacht hat. Als absoluten Pluspunkt an ihrer Wahl Madrid beschreibt die Soziologie-Studentin aus Bamberg das gut ausgebaute Erasmus-Netzwerk vor Ort. Man trifft sich auf den wöchentlichen Erasmuspartys, in bestimmten Kneipen und unterstützt sich bei der Wohnungssuche. "Wer will, der findet wirklich schnell Anschluss. Leider ist dafür der Kontakt mit den Einheimischen etwas zu kurz gekommen, das lag aber vielleicht auch an der begrenzten Dauer meines Aufenthalts von sechs Monaten." Kein Einzelfall? In der Tat gibt es viele Erasmusstudenten, für die das Feiern im Vordergrund steht. Aufgrund von Sprachbarrieren wird die Uni während des Auslandsaufenthalts häufig hinten angestellt, wodurch eine gute Möglichkeit mit einheimischen Mitstudenten zusammenzutreffen wegfällt. Aber wie die Chance Auslandaufenthalt genutzt, bzw. wo der eigene Schwerpunkt gesetzt wird, darf schließlich jeder selbst entscheiden.
Mit Eigeninitiative funktioniert es auch
Wer keinen der begehrten Erasmusplätze ergattern konnte, wessen Wunschziel in den Kooperationen nicht vertreten ist oder wer über die Grenzen Europas hinaus will, der muss bereits im Vorfeld den Weg der Eigeninitiative gehen. Mit ein bisschen Engagement lässt sich der Schritt in die weite Welt auf jeden Fall realisieren. Als "assistant teacher" nach Shanghai, Hispanistik-Studium in Kuba, BWL-Kurse in Kalifornien oder Auslandssemester auf Hawaii? Es ist alles schon vorgekommen. Finanzielle Unterstützung, z. B. Auslandsbafög, kann auch in diesen Fällen in Frage kommen, da die Berechnung unabhängig von der Anspruchsberechtigung in Deutschland erfolgt. Nicht unterschätzen sollte man allerdings die Vorlaufzeit, die die Organisation eines Auslandsaufenthalts in Anspruch nimmt, Zeiträume von einem Jahr sind durchaus realistisch. Egal wie man es anstellt, der Aufwand lohnt sich!
Ulrike Hartmann
hartmann@studieren.de