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Europa-Aufbaustudiengänge

Die EU ist bunter geworden - mittels eines Aufbausstudiums können Absolventen die Gunst der Stunde nutzen und sich als künftige Europa-Experten auf ein vielfältiges Arbeitsfeld vorbereiten.

Am 1. Mai hat die historische Stunde geschlagen: Die Europäische Union besteht nun aus 25 Staaten. Bis zum Jahre 2010 soll der gemeinsame Wirtschafts- und Bildungsraum konsequent ausgebaut werden. Die langfristige Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge ist nur ein Bestandteil des detaillierten Arbeitsprogramms der Bildungskonferenz in Bologna vom Juli 1999. Und nicht nur im Bereich der Bildung wird der Verpflichtung zur Umsetzung von EU-Richtlinien auf nationaler Ebene Rechnung getragen. Die Auswirkungen machen vor keinem Lebensbereich halt.

Als Forschungsfeld ist Europa schon lange ein Thema. Ökonomen, Historiker, Politikwissenschaftler und auch Juristen untersuchen die Region seit Jahrzehnten in ihren vielfältigen Dimensionen. In letzter Zeit bieten immer mehr Universitäten aufbauende Europastudiengänge an, die es allen Interessierten ermöglichen, ihrem ersten Studienabschluss mit einem zusätzlichen Diplom die Europa-Richtung zu verleihen. Wer am Prozess "Vereintes Europa" maßgeblich beteiligt sein will, der muss neben Fachwissen und Sprachkenntnissen auch Europa-spezifisches Know-how zu seinen Qualifikationen zählen können.

Was man lernen kann

Die ein- bis zweijährigen, interdisziplinär ausgerichteten Europastudien weisen inhaltlich große Gemeinsamkeiten auf, wobei natürlich das Studienangebot je nach Hochschule in der strukturellen Schwerpunktlegung variiert. Neben den Grundlagen der Europapolitik und des Europarechts werden Einblicke in die Europäische Wirtschaft sowie interkulturelle Kompetenzen vermittelt. Die Sprachkenntnisse, die bei der Bewerbung nachgewiesen werden müssen, werden in manchen Fällen auch während des Studiums noch optimiert - zum Teil finden Veranstaltungen auch komplett in Englisch statt. Oftmals rundet ein verpflichtendes Praktikum bei einer EU-Organisation oder ein Forschungsaufenthalt das Studienprofil ab. Eine Exkursion nach Brüssel steht auf jeden Fall auf dem Plan. Sehr beliebte Masterstudiengänge, wie der MBA "Management for Central or Eastern Europe" an der Viadrina Universität/Frankfurt Oder, ziehen zehnmal mehr Bewerber an, als aufgenommen werden können. Kein Wunder, denn die Perspektiven für Europa-Experten sind reizvoll.

Hier werden Absolventen gebraucht

Berufliche Einsatzmöglichkeiten für Absolventen finden sich im wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Bereich. Abhängig vom eigenen Schwerpunkt sind Tätigkeiten in Institutionen der EU, aber auch auf nationaler Ebene in öffentlichen Verwaltungen, Ministerien, EU-Beratungsstellen der Hochschulen oder international ausgerichteten Unternehmen denkbar. Anders ausgedrückt: Auf Absolventen eines Europa-Aufbaustudienganges warten Jobs in allen Einrichtungen, die sich - in welcher Weise auch immer - mit europäischen Angelegenheiten und grenzüberschreitender Zusammenarbeit auseinandersetzen. Die lang gehegte Vision des Vereinten Europa ist in den letzten Tagen formal wahr geworden, von einer vollendeten Integration kann allerdings noch lange nicht gesprochen werden. Für Europa-Koordinatoren gibt es viel zu tun.

Wo kann man Europa-Studiengänge studieren? >

Ulrike Hartmann
hartmann@no-spamstudieren.de

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