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Doppeldiplom - Zwei auf einen Streich

Mit einem Doppelstudium kann auf dem Arbeitsmarkt gut gepunktet werden, das meldete kürzlich das Institut der Deutschen Wirtschaft. Dennoch empfiehlt es sich für Studierende die Zielrichtung der eigenen Karriere von Anfang an zu definieren.

Doppeldiplom-Studiengänge können den Grundstock für ein internationales Profil legen, soviel ist sicher: Wer zum Beispiel im binationalen Programm der juristischen Fakultät in Köln teilnimmt, kann bei einem erfolgreichen Anschluss seinem Lebenslauf sowohl mit dem Titel LL.B des University College of London als auch dem Baccalaureus legum der deutschen Partnerhochschule schmücken. Gleiches gilt für Studierende des Doppeldiplomstudiengangs Betriebswirtschaftlehre an der Uni Oldenburg, sie absolvieren einen Studienabschnitt an der Ecole Supérieure de Commerce in Brest und haben am Ende des Studiums die Zeugnisse von beiden Hochschulen in der Tasche.

Das macht bei künftigen Arbeitgebern doch sicherlich Eindruck? Stimmt. Das Institut der Deutschen Wirtschaft hat es kürzlich sogar schwarz auf weiß geliefert: Bei jedem dritten Unternehmen haben Absolventen eines Doppelstudiums bessere Einstellungschancen. Besonders gut sind die Aussichten, wenn das anvisierte Unternehmen regen Kontakt mit dem Partnerland hat und Fachkräfte, denen beide Perspektiven geläufig sind, für Schnittstellenpositionen gesucht werden.

Genau in dieser Qualifikation sieht der erste Teilnehmer des deutsch-italienischen Studiengangs Betriebswirtschaftlehre (Tübingen/Pavia), Cesare Galimberti, den Vorteil seiner Ausbildung: "Ein Doppeldiplom ermöglicht den Studenten, die Fächer aus einem unterschiedlichen Blickwinkel zu betrachten, so dass sie eine umfangreichere Einsicht in die fachlichen Begriffe erlangen können". Der Italiener würde heute wieder dieselbe Wahl treffen, auch wenn sein Doppeldiplom-Studium sehr arbeitsintensiv war.

Anspruchsvoller Auslandsaufenthalt

Zustande kommt ein derartiger Studiengang durch eine Vereinbarung zwischen zwei Universitäten. Sie einigen sich auf ein gemeinschaftliches Programm, das zu gleichen Teilen in beiden Ländern abgehalten wird. Der Auslandsaufenthalt ist studienintegrierend und führt nicht wie so oft zu einer Studienzeitverlängerung. Andererseits bedeutet das für die "Gaststudenten", dass sie keinen Sonderstatus à la Erasmus innehaben, sondern dieselbe Leistung erbringen müssen wie einheimische Studierende.

Sprachkenntnisse in der Sprache des Partnerlandes sind deshalb unerlässlich bzw. oftmals auch eine Voraussetzung für die Bewerbung zu einem Studiengang mit Doppeldiplom. Inhaltlich decken die Programme, von denen bereits über 200 verzeichnet sind, ein weites Fächerspektrum ab - von Sprachwissenschaften über Jura bis hin zu Naturwissenschaften bestehen viele Möglichkeiten für eine zweigleisige Ausbildung. Und es ist zu erwarten, dass die Zahl weiterhin steigt, da solche Studiengänge bereits als Paradebeispiele für die inhaltliche Konstruktion des "europäischen Hochschulraums" gefeiert werden.

Da Absolventen eines Doppeldiplomstudienganges im Partnerland den gleichen Zugang zum Arbeitsmarkt wie ihre Kommilitonen haben, ist ein Doppeldiplom-Studiengang vor allem für Bewerber, die eine besondere Affinität zum Land der Partneruni haben, empfehlenswert. Wer sich noch nicht sicher ist, wo er später einmal Fuß fassen will, kann so auf Nummer sicher gehen.

"Englisch können Sie aber auch?"

Das Wirtschaftwissenschaftliche Magazin der Uni Tübingen hat recherchiert, wie Doppeldiplom-Absolventen ihre Studienwahl im Rückblick einschätzen, und der Tenor ist in den Interviews sehr ähnlich: Unbestritten ist für die Teilnehmer der persönliche Profit. Im Bewerbungsverfahren hat sich allerdings bei manchen gezeigt, dass die guten theoretischen Berufsaussichten auch einem praktischen Anforderungsprofil entsprechen müssen.

So bewarb sich Stefan M., ein Absolvent des deutsch-französischen Doppeldiploms (Straßburg/Tübingen), mit seinem Abschluss in einer eher angelsächsisch orientierten Branche. Er beschreibt seinen Bewerbungsprozess und das Feedback der Unternehmen folgendermaßen: "Sicherlich konnte ich mich in der Bewerbungsphase von der Masse der Bewerber absetzen. In den Bewerbungsgespräche kam jedoch des öfteren die Frage: "Englisch können Sie aber auch?".

Ulrike Hartmann
hartmann@no-spamstudieren.de

 

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