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Buchbesprechung

Isabel Nitzsche
Business-Regeln rund um den Globus
1. Auflage 2005, BW Verlag
ISBN: 3-8214-7650-8
228 Seiten, 14,80 EUR

Business-Regeln rund um den Globus

Interkulturelle Kommunikation ist schon lange ein Schlagwort in der globalisierten Business-Welt. Worauf es ankommt, beschreibt Isabel Nitzsche in ihrem Ausflug quer durch die Kontinente. Aber gleich vorweg: Auswendig lernen ist auf jeden Fall nicht der Sinn der Sache.

Was tun, wenn man vom chinesischen Geschäftspartner auf die einfache Frage, ob ein bestimmtes Computerprogramm benutzt wird, nur eine ausweichende Antwort bekommt? Interkulturell geschulte Mitarbeiter wundern sich nicht weiter, sondern können diese verhaltene Reaktion interpretieren: Wo in Deutschland ohne Probleme mit einem klaren Ja oder Nein geantwortet werden kann, gibt es in fernöstlichen Ländern den indirekten Bereich der Kommunikation, der dafür da ist, das Gesicht zu wahren. Verlieren würde der Kollege es mit einer negativen Reaktion.

Für den deutsch geprägten Manager erschwert das natürlich auf den ersten Blick die Kommunikation. Andererseits kann er sich auch mal selbst in Frage stellen. Der in westlich geprägten Ländern gelebte Standard, die Sache ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu stellen, ist nicht die einzig mögliche Variante, um ein Projekt zum Erfolg zu führen. Bleiben wir beim Beispiel China: Statt einer institutionellen Kultur, die sich an Institutionen und Dingen orientiert, steht hier die Person im Mittelpunkt. Gearbeitet wird in hohem Maße mit Netzwerken.

Vorsicht vor Klischees!

Szenarien wie dieses stellt Isabel Nitzsche in ihrem Buch vor. Sie hat sich bei Beratern, Trainern und Geschäftsleuten umgehört und daraus Business-Spielregeln für 25 Länder abgeleitet. Die Tipps reichen je nach Land vom Verhalten während des Geschäftsessens, über Tabu-Themen beim Small-Talk bis hin zu Ratschlägen zur Kleidung. Was ist gerne gesehen und womit fällt man unangenehm auf? Die Kenntnisse über die Gepflogenheiten des Gastlandes können durchaus für den Erfolg oder den Misserfolg einen Geschäftes ausschlaggebend sein.

Die Interkulturelle Kompetenz ist ein Teil der Sozialen Kompetenz, das schickt Nitzsche ihren Ausführungen vorweg. Überzeugen kann nur derjenige, der authentisch handelt. Es bringt nur wenig, die klischeehaften Benimm-Regeln des jeweiligen Landes roboterhaft auswendig zu lernen. Die Gründe für das Verhalten seiner Bewohner zu verstehen und das kulturelle System eines Landes in den Ansätzen zu begreifen, ist in diesem Zusammenhang viel wichtiger. Das Gegenüber wird das Bemühen schätzen und nicht das Verhalten eines Einheimischen erwarten.

Umgekehrt bedeutet das aber auch, dass das konsequente Ignorieren den Gesprächspartner vor den Kopf stößt. Im Schluss des Buches werden sieben deutsche Kulturstandards angeführt, die dazu verhelfen können, sich selbst und sein eigenes Orientierungssystem zu verorten.

studieren.de-Wertung

Wer beruflich viel unterwegs ist, erhält mit diesem Buch einen guten Überblick, mit dem eine erste Orientierung möglich ist. Geht es um ein bestimmtes Land, in dem ein längerer Aufenthalt oder eine ausgedehnte geschäftliche Zusammenarbeit geplant ist, wird auf jeden Fall noch Spezialwissen nötig sein, da Nitzsches Beschreibungen durch ihr knappes Format nur die auffälligsten Gepflogenheiten im Visier haben. Um langfristig einen kompetenten Eindruck zu machen, sind Sprachkenntnisse der Landessprache ebenfalls eine wichtige Komponente.

Der Ratgeber ist empfehlenswert, wenn es darum geht, die eigene Wahrnehmung für die Verschiedenheiten zu schärfen. Die Erkenntnis, dass Druck in der Geschäftswelt sicherlich nicht die richtige Methode ist, um die eigenen Ziele voran zu treiben, sondern meist den gegenteiligen Effekt verursacht, ist mit dieser Lektüre sicher.

Ulrike Hartmann
hartmann@no-spamstudieren.de

 

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