Studieren im Ausland
Die Ferne ruft! Gerade bei einem Studium im Ausland lassen sich unzählige neue Eindrücke sammeln. Manch einen stellt aber auch die ZVS vor diese Alternative.
Ein Auslandsemester im Rahmen eines Erasmus-Austausches ist die einfachste Variante für Studierende, einen Abschnitt ihres Studium in einem anderen Land zu verbringen. Das macht sich in jeder Bewerbung gut und ist in der Regel umkompliziert, da viele Hürden wie umständliche Bewerbungsverfahren und Studiengebühren wegfallen.
Wer sich von Anfang an für ein Studium in Ausland entscheidet, ist bei der Organisation auf sich alleine gestellt. Am besten informiert man sich an den Hochschulen im Ausland direkt, denn dass die Sprache flüssig gesprochen wird, ist natürlich eine wichtige Voraussetzung für den Beginn eines Studiums. Über den studieren.de-university index findet ihr eine Liste mit Hochschulen in ganz Europa und die dazu gehörigen e-mail-Adressen. Gute Informationsquellen sind aber auch die in Deutschland ansässigen Kulturinstitute der jeweiligen Länder (z. B. British Council, Institute Francais).
Wenn es gar nicht ums Ausland geht
Was aber, wenn der Schritt ins Ausland nicht ganz freiwillig erfolgt, sondern das die einzige Möglichkeit ist, einen Studiengang aufzunehmen, der vielen Interessierten an deutschen Hochschulen - z. B. aufgrund eines zu hohen NCs - versperrt bleibt. Abiturienten, die vor dieser Entscheidung stehen, gibt es natürlich auch.
So ist es zum Beispiel möglich, in Holland Psychologie ohne Zulassungsbeschränkung zu studieren. Bedingung ist allerdings, dass man die Allgemeine Hochschulreife nachweisen kann und Mathematik bis zum Schulabschluss belegt hat. Andernfalls muss Mathe während des Grundstudiums nachgeholt werden. Niederländische Sprachkenntnisse müssen natürlich ebenfalls vorhanden sein und belegt werden
Historisch einmalige Lücke in der Alpenrepublik wieder geschlossen
Einfacher ist es da natürlich, wenn es sich um ein deutschsprachiges Land handelt. Ob sich allerdings jemals wieder eine so große Lücke findet wie in Österreich im WS 05/06, ist fraglich. Der europäische Gerichtshof hatte am 7. Juli 2005 das Urteil gefällt, dass die österreichischen Universitäten den Zugang für Ausländer öffnen müssen. Die bisherige Praxis sei diskriminierend gewesen, weil ausländische Bewerber in ihrem Heimatland einen Studienplatz vorweisen mussten, um in Österreich studieren zu können.
Im Wintersemester 05/06 sahen sich Österreichs Hochschulen logischerweise mit einem gewaltigen Ansturm an deutschen Studenten konfrontiert, da nun deutsche NC-Fächer beliebig eingeschrieben werden konnten. Wer zuerst kam, hatte den Studienplatz. Diese Lücke ist nun wieder geschlossen. Seit dem Sommer finden Zulassungsgespräche und Eignungstests, z. B. im Medizinstudium, für die Auswahl der Studierenden Anwendung, um die besten Bewerber ausfindig zu machen.
Ulrike Hartmann
hartmann@no-spamstudieren.de